Comeback-Plan

Donald Trump: So will er wieder Präsident werden

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Die Wahlschlappe gegen Joe Biden brodelt weiter: Trump plant die Rückkehr ins Weiße Haus, mobilisiert bereits für eine erneute Kandidatur für die Republikaner 2024.
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Die Gerüchte, Donald Trump habe sich in seinem Florida-Ressort Mar-a-Lago eine Replika des Oval Office eingerichtet, waren übertrieben. Aber dennoch gleicht das neue Büro des ehemaligen Präsidenten einer kleinen Kommandozentrale, dekoriert mit Utensilien und Erinnerungen an seine Präsidentenzeit. Von dem wuchtigen Schreibtisch in Mara-Lago oder zuletzt von seiner "Sommerresidenz" im Golfplatz-Resort in Bedminster (New Jersey) aus, plant Trump sein Comeback. Und das soll letztlich zu seiner Rückkehr ins Weiße Haus führen.

Trump 2024? Politikanalysten sagen: Seine Chancen stehen gar nicht so schlecht. Offiziell hat der Republikaner eine neue Kandidatur noch nicht verkündet. Aber seine Andeutungen werden immer unmissverständlicher: "2024 ist ein Jahr, auf das ich mich sehr freue", sagte er Anfang Juni beim Republikaner-Parteitag in Greenville (North Carolina). Die Menge johlte.

Und Trump probte bereits erste Angriffstaktiken für ein mögliches "Rückspiel" gegen seinen Nachfolger Joe Biden aus. Biden würde die USA "zerstören", tönte er.

Entscheidender Meilenstein sind »Midterms« im November 2022

"Das Überleben Amerikas hängt von eurer Fähigkeit ab, die Republikaner auf jeder Ebene zu wählen", spielte Trump dann auf die nächsten großen Wahlen an, die "Midterms" im November 2022. Die Opposition hofft, dabei den Kongress von den Demokraten zurückerobern zu können. Laut Insidern würde Trump einen solchen Triumph zum Anlass nehmen, sein Antreten für 2024 offiziell zu machen.

Bei Trumps Auftritt fehlte zwar ein wenig der gewohnte rhetorische Elan und für Schlagzeilen sorgte auch seine glänzende blaue Hose, die aussah, als würde er sie verkehrt herum tragen. Doch offensichtlich wurde auch, wie fest Trump seine Partei noch im Griff hat. Dabei hatten viele moderate Republikaner nach seiner Wahlniederlage und dem blutigen Sturm aufs Kapitol (6.1.), für den der damalige Präsident mitverantwortlich gemacht wurde, auf ein Ende der Trump-Ära und eine Rückkehr zu einer traditionelleren konservativen Politik gehofft. Stattdessen pilgern Führungspersönlichkeiten immer wieder nach Mar-a-Lago und Bedminster, "um den Ring zu küssen", so US-Medien.

Anhänger. Zu einem der wichtigsten Trump-Alliierten wurde der Parteiführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy: Der war zuletzt federführend beim Sturz der Abgeordneten und vehementen Trump-Kritikerin Liz Cheney aus ihren Führungspositionen. Das Signal ist klar: Jeder Widerstand gegen Trumps nach wie vor dominierende Rolle innerhalb der "Grand Old Party"(GOP) soll im Keim erstickt werden.

Treue Fangemeinde sichert Trump die Macht innerhalb der Partei

Wichtigster Grund für seine anhaltende Macht sind Trumps treue Anhänger. Laut Umfragen haben über 80 Prozent der Parteigänger eine gute Meinung von dem den Ex-Immobilienunterneh mer. Bei den Vorwahlen 2024, wo der Präsidentschaftskandidat der Partei ermittelt wird, würden 50 Prozent für Trump stimmen. Und 63 Prozent der Republikaner-Wähler glauben, die letzte Wahl sei "gestohlen" worden - wie Trump es behauptet.

Twitter-und Facebook-Sperre. In der Zwischenzeit versucht der 75-Jährige, sich politisch relevant zu halten. Das ist nicht so leicht: Sein früher größtes Sprachrohr, Twitter, bleibt nach wie vor gesperrt, wie auch Facebook. Ein Blog mit täglichen Trump-Ergüssen wurde kurz nach dem Start mangels Klicks wieder eingestellt.

»History Tour «soll an Highlights der Präsidentschaft erinnern

Trump plant daher in den nächsten Wochen weitere seiner populären "Make America Great Again"-Auftritte. Für die Weihnachtszeit wurden dazu vier Events einer "History Tour" angekündigt, bei denen Trump gemeinsam mit dem ehemaligen Fox-News-Moderator Bill O'Reilly an Highlights und Errungenschaften seiner Präsidentschaft erinnern möchte.

Befürchtet wird von moderateren Parteistrategen aber gleichzeitig eine regelrechte Vendetta bei den kommenden "Midterm"-Wahlen, wo Trump & Co. vor allem Rache nehmen wollen an Kritikern innerhalb der Partei. Das könnte die Siegeschancen der Republikaner schmälern, wird gewarnt.

Munition. Trotzdem: Nach den abgelaufenen "politischen Flitterwochen" für Biden bieten Krisen der neuen Regierung Angriffspunkte für Trump und die Republikaner:

Die illegalen Grenzübertritte aus Mexiko sind heuer um 674 Prozent gestiegen. Biden setzte seine Vizepräsidentin Kamala Harris als Krisenmanagerin ein, doch die stümperte in dieser Rolle bisher -besonders mit ihrer Weigerung, die Grenzregion selbst zu besuchen.

Mit seinen Megakonjunkturpaketen dürfte Biden die nach Covid durchstartende US-Wirtschaft überhitzen: Die Inflation stieg auf sechs Prozent. Müsste die Notenbank Fed die Leitzinsen anheben, droht eine für die ganze Ökonomie gefährliche Schuldenkrise.

Biden ist bislang bei seinem wichtigsten Wahlversprechen gescheitert, das polarisierte Amerika "vereinen" zu wollen. Getrieben vom linken Parteiflügel verfolgt er eine progressive Politik, die Amerika eher weiter auseinanderdividiert.

Trump denkt schon über Vize nach: Florida-Gouverneur Ron DeSantis

All das könnte künftige Wahlkampfmunition f ür Trump sein. Er gibt sich streckenweise schon so siegessicher, dass er über die Wahl eines "Running Mate", also Vizekandidaten, nachdenkt. Auf Ex-Vize Mike Pence will er offenbar verzichten, immer öfter fällt der Name Ron DeSantis. Der Florida-Gouverneur zählt wegen seiner erfolgreichen Corona-Politik zu den politischen Shootingstars der Partei.