Elysé-Razzia

Korruptionsverdacht: Ermittler durchsuchen Macrons Amtssitz

14.04.2026

Ein politischer Paukenschlag erschüttert Frankreich. Ermittler stehen plötzlich im Zentrum der Macht. Mitten im Élysée-Palast wurde am Dienstag der Amtssitz von Präsident Emmanuel Macron durchsucht. Der Verdacht: dubiose Auftragsvergaben bei staatlichen Prestige-Events. 

Zur Vollversion des Artikels
© APA/AFP/JOHN THYS
Zur Vollversion des Artikels

Am Dienstag rückten die Beamten im prachtvollen Amtssitz in Paris an. Hintergrund der Durchsuchungen ist der Verdacht auf eine nicht ordnungsgemäße Vergabe von Aufträgen für staatliche Festakte. Konkret geht es dabei um Zeremonien zur Aufnahme bekannter Persönlichkeiten in die staatliche Ruhmeshalle Panthéon. Kreise, die mit dem Fall vertraut sind, bestätigten den Einsatz gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. 

Immer dieselbe Firma im Spiel

Besonders brisant: Laut einem Bericht der Zeitung "Le Canard Enchaîné" sollen diese prestigeträchtigen Aufträge über Jahrzehnte hinweg immer wieder an dieselbe Eventfirma gegangen sein.

Für einzelne Zeremonien wurden dabei Summen von rund zwei Millionen Euro verrechnet. Auch große internationale Events, etwa Gedenkfeiern, sollen von diesem Unternehmen organisiert worden sein. Die Firma organisierte unter anderem den internationalen Festakt zum 80. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie im vergangenen Jahr sowie weitere Großveranstaltungen. 

Politischer Druck wächst

Die Durchsuchung trifft das Machtzentrum Frankreichs und sorgt für erheblichen politischen Druck. Der Fall könnte sich zu einem handfesten Skandal entwickeln, sollte sich der Verdacht bestätigen. Klar ist: Die Ermittlungen laufen und könnten für die Regierung noch unangenehm werden.