Nach Khamenei

Mullah-Machtkampf um Vorherrschaft im Iran

07.03.2026

Im Iran deutet ein einflussreicher Kleriker eine baldige Wahl des Nachfolgers für den getöteten Religionsführer Ali Khamenei an.  

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Ayatollah Ahmad Mozafari, ein Mitglied des für die Wahl zuständigen Expertenrates, sagte laut der Nachrichtenagentur Fars, man sei zuversichtlich, dass die Ernennung eines neuen Führers in den kommenden 24 Stunden erfolgen werde. Zugleich bat er darum, keine Gerüchte zu verbreiten, warum die Wahl bisher nicht erfolgt sei.

Zuvor war in religiösen Kreisen der schiitischen Hochburg Ghom Kritik immer lauter geworden, warum der für das Verfahren zuständige Expertenrat noch immer keinen Nachfolger bestimmt hat. "Wir erwarten vom Expertenrat, in dieser Frage zügig vorzugehen, um sowohl die Hoffnungen des Feindes zunichtezumachen, als auch den Zusammenhalt und die Einheit der Nation zu bewahren", erklärte der renommierte Großayatollah Hossein Nouri Hamedani. Auch der einflussreiche Großayatollah Hossein Nouri Hamedani bezeichnete eine rasche Umsetzung als den besten Weg, die nationale Souveränität zu stärken und die Staatsangelegenheiten effektiv zu ordnen.

 

© APA/AFP/KHAMENEI.IR/-

Nach unbestätigten Berichten gelten Mojtaba Khamenei, der Sohn des verstorbenen obersten Führers, sowie Hassan Khomeini, der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Khomeini, als die beiden wichtigsten Kandidaten. Weder der 56 Jahre alte Mojtaba noch der 53-jährige Hassan verfügen jedoch über den in der Verfassung geforderten Rang eines Großayatollahs.

Unruhe in Führungsebene

Laut Verfassung ist der Expertenrat, dem 88 Kleriker angehören, für die Ernennung des neuen obersten Führers verantwortlich. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers führt ein Übergangstrio unter Präsident Masoud Pezeshkian, dem Justizchef und einem weiteren Geistlichen die Staatsgeschäfte.

Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump, wonach auch ein möglicher Nachfolger Khameneis getötet werde, herrscht Kennern der iranischen Innenpolitik zufolge in der Führungsebene Unruhe. Solange der Iran-Krieg anhält, wird demnach ein Attentat auf den Nachfolger Khameneis - insbesondere bei öffentlichen Auftritten - für durchaus möglich gehalten. Religionsführer Khamenei war am Samstag vergangener Woche bei einem israelischen Luftangriff getötet worden.