Nach Telefonat

Slowakei-Premier reist in die Ukraine

02.05.2026

Der nationalistische slowakische Regierungschef Robert Fico hat einen Besuch in der Ukraine angekündigt.  

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Nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erklärte Fico am Samstag: "Wir werden das Format gemeinsamer Regierungssitzungen fortsetzen und zudem gegenseitige Besuche in unseren Hauptstädten vornehmen." Der Russland-freundliche Fico hatte es bisher vermieden, nach Kiew zu reisen.

"Ich habe bestätigt, dass die Slowakei den EU-Beitritt der Ukraine unterstützt, denn wir wollen, dass die Ukraine, unser Nachbar, ein stabiles und demokratisches Land ist", erklärte Fico weiter. "Wir brauchen starke Beziehungen zwischen unseren Ländern, und wir beide befürworten das", erklärte Selenskyj seinerseits im Onlinedienst X.

Er unterstrich außerdem die Bedeutung der Unterstützung der Slowakei für einen EU-Beitritt seines Landes und betonte, er habe den slowakischen Ministerpräsidenten nach Kiew eingeladen und sich für dessen Einladung nach Bratislava bedankt, mit der "Möglichkeit eines persönlichen Treffens in naher Zukunft".

Fico erklärte, dass er Selenskyj am Montag am Rande des Gipfeltreffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in der armenischen Hauptstadt Jerewan (Eriwan) sehen werde. Er äußerte zudem den Wunsch nach "freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Slowakei und der Ukraine".

Fico reist auch nach Moskau

In einer Woche reist Fico nach Moskau, wo er an den Feierlichkeiten zum Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland teilnehmen will. Fico gilt nach der Abwahl des langjährigen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban als der engste Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin innerhalb der EU. Russland führt seit Februar 2022 einen großflächigen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Selenskyj warnt Belarus erneut

Selenskyj warnte Belarus unterdessen erneut vor einem Kriegseintritt gegen sein Land. Am Vortag habe es ungewöhnliche Aktivitäten von belarussischer Seite an der gemeinsamen Grenze gegeben, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Kiew beobachte die Situation. "Und wenn es erforderlich ist, dann werden wir reagieren", warnte er. Konkretere Angaben machte er nicht.

Bereits im April warnte Selenskyj Minsk vor einer Beteiligung am russischen Krieg gegen die Ukraine. Seitdem verhängte Kiew neue Sanktionen gegen Belarus (Weißrussland), dabei unter anderem gegen zwei Söhne von Staatschef Alexander Lukaschenko. Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stieß die russische Armee auch vom Gebiet des Verbündeten Belarus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Direkt beteiligte Minsk sich jedoch nicht an den Kampfhandlungen.