Skandal: K2-Touristen ließen Mann
Tiroler Bergsteiger: ''Ich filmte das K2-Drama''
Drama. Ein Tod am K2, nach dem Mount Everest der zweithöchste Berg mit 8.611 Metern, bewegt die Welt. Der pakistanische Träger Mohammed Hassan (27) stürzte kurz vor dem Gipfel im Flaschenhals, der gefährlichsten Stelle des Berges, blieb kopfüber hängen. „70 Bergsteiger stiegen am Verletzten vorbei. Keiner trug ihn nach unten, alle wollten den Gipfelsieg“, sagt Willi Steindl auf oe24.TV. Der Tiroler Hotelier filmte das Drama am 27. Juli mit einem Kameraden von unten. „An diesem Tag war das Wetter schlecht, Lawinen gingen ab. Wir blieben unten, ließen eine Drohne steigen“, sagte Steindl. So fingen sie die grausamen Bilder ein.
"Bei einer Rettung hätte keiner Gipfel erreicht"
Trauer. „Rekorde und Gipfelsiege sind gegen Menschenleben ausgetauscht worden“, klagt Steindl. Zum Shitstorm gegen Extrem-Bergsteigerin Kristin Harila (siehe unten) will er sich nicht äußern. Nur so viel: „Sie ist Teil des Systems, das an diesem Tag versagt hat. Sie hat am Gipfel gefeiert. Zu ihrer Feier nachher im Basislager wollte ich nicht mehr.“ Stattdessen besuchte er die Witwe von Hassan und seine drei Kinder, startete eine Spendenaktion. Diese teilte gestern auch Harila.
Bis zu 60.000 Dollar. Eine Besteigung des K2 mit nepalesischen Sherpas und pakistanischen Trägern kostet pro Person „zwischen 20.000 bis 60.000 Dollar.“
Nur ein Gipfeltag. Extrem: Heuer gab es wegen Schlechtwetter nur einen möglichen Gipfeltag: Den 27. 7. „Jeder wollte hinauf. Bei einer Rettung hätte keiner den Gipfel erreicht“, berichtet Steindl. Und: Die Leiche von Mohammed Hassan hängt immer noch am Berg. Derzeit kann niemand nach oben.