Umfrage
Mehr als ein Drittel der Ukrainer akzeptiert Gebietsverluste für Frieden
16.01.2026Mehr als ein Drittel der Ukrainer würde einen Frieden unter der Bedingung der Gebietsabtretungen akzeptieren, allerdings nur mit der Bedingung von fixen Sicherheitsgarantien.
Eine Mehrheit der Ukrainer ist gegen einen Rückzug der eigenen Truppen aus dem noch kontrollierten Teil der östlichen Region Donezk im Gegenzug für Sicherheitsgarantien der USA und Europas. Rund 54 Prozent der Ukrainer lehnen dies kategorisch ab, wie am Freitag aus einer Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) hervorgeht. Etwa 39 Prozent würden dies widerstrebend akzeptieren.
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"Zudem erwarten diejenigen, die zu einer Zustimmung bereit sind, recht umfassende Sicherheitsgarantien", sagte der geschäftsführende Direktor des KIIS, Anton Hruschezkyj. "Sollte das Niveau der Garantien also niedriger ausfallen als erwartet, wird die Zustimmung zu einem solchen Vorschlag noch geringer sein."
Die Ukraine dringt auf rechtsverbindliche Garantien, um künftige russische Aggressionen zu verhindern, da sie früheren Zusagen misstraut. Die Regierung in Kiew steht zudem unter dem Druck der USA, rasch einem Friedensabkommen zuzustimmen.
Menschen trauen Verhandlungen und Russland nicht
Die Umfrage von Anfang Jänner unter 601 Personen auf ukrainisch kontrolliertem Gebiet zeigt zudem eine generelle Skepsis gegenüber den laufenden Verhandlungen und den Verbündeten. Fast 70 Prozent der Befragten glauben nicht, dass die Gespräche zu einem dauerhaften Frieden führen werden. Rund 57 Prozent gehen davon aus, dass Russland im Falle eines Waffenstillstands an den jetzigen Frontlinien und mit Sicherheitsgarantien erneut angreifen würde. Selbst wenn Garantien gegeben würden, glauben 40 Prozent, dass die USA im Falle einer neuen russischen Invasion keine Unterstützung leisten würden, während 39 Prozent vom Gegenteil ausgehen.
Die Ukraine weigert sich, den russischen Forderungen nachzugeben und Gebiete abzutreten, die sie im Osten des Donbass noch kontrolliert. Russland beherrscht fast die gesamte Region Luhansk, während Kiew noch etwa 20 Prozent von Donezk mit strategisch wichtigen Garnisonsstädten und Verteidigungslinien hält. Russland hat öffentlich wenig Interesse gezeigt, seine Forderungen zu verringern. Stattdessen haben die russischen Streitkräfte ihre Luftangriffe verstärkt und die bereits stark beschädigte Energieinfrastruktur weiter zerstört.