Terror in London
50 Schüsse stoppten die Angreifer
In London hat es am späten Samstagabend wieder schwere Terror-Attacken mit sieben Toten und 50 Verletzten gegeben. Zudem wurden die drei Angreifer von der Polizei erschossen.
Acht Polizeibeamte hätten die "beispiellose" Zahl von 50 Schüssen auf die drei Angreifer in der Londoner Innenstadt abgegeben, teilte Mark Rowley von der Londoner Polizei am Sonntag mit. Dabei habe auch ein Unbeteiligter eine Schusswunde erlitten.
Am Sonntagabend bekannte sich die Terror-Miliz ISIS auf ihrem Nachrichtenkanal zu dem Anschlag in London.
Ein weißer Kleintransporter raste auf der London Bridge in eine Gruppe von Passanten. Dann fährt er weiter zum nahe gelegenen Borough Market, einer beliebten Touristenttraktion im Herzen der britischen Hauptstadt. Drei Attentäter springen heraus und stechen mit langen Messern auf Menschen ein.
"Das ist für Allah"
"Das ist für Allah", rufen die Terroristen nach Augenzeugenberichten. Menschen schreien, flüchten, verstecken sich hinter Tischen in Restaurants und Bars.
"Terroristenattacke! Lauft! Lauft!"
"Terroristenattacke! Lauft! Lauft!", ruft ein Taxifahrer aus seinem Auto den vielen Menschen zu. Andere kauern sich in ihrer Angst hinter Stühle und Tische in Bars, wie Videos zeigen. "Noch nie in meinem Leben habe ich so viel Angst gehabt", sagt ein Augenzeuge, der in der Nähe des Tatorts ein Bier in einer Bar trank, dem Sender BBC.
Die Lage ist zunächst völlig unübersichtlich. Gibt es noch mehr Attentäter? Die Polizei mahnt die Bevölkerung zur Achtsamkeit. Das Areal wird evakuiert, auch mit Hilfe von Booten auf der Themse. Viele Menschen halten die Hände hinter den Kopf, als sie das Gebiet verlassen. Auch verängstigte Kinder werden in Sicherheit gebracht.
Nur wenig später ist schon gut ein Kilometer südlich der Brücke kein Durchkommen mehr. "Bitte gehen Sie zurück! Wir müssen hier absperren", sagt ein Polizist ungeduldig.
Polizeisirenen ertönen, Rettungswagen fahren vorbei, Blaulicht überall. Am Straßenrand stehen ratlose Menschen, die nicht wissen, wo sie hingehen sollen oder wie sie nach Hause kommen - viele noch in schicker Abendkleidung. Niemand hier hat etwas beobachtet. Viele Menschen am Straßenrand haben eben erst von den Ereignissen erfahren.
Mehr Polizei für London
Die Behörden wollen in den kommenden Tagen mehr Polizeibeamte für die Hauptstadt bereithalten. Zunächst wurde vermutet, dass es noch einen weiteren Angriff im Stadtteil Vauxhall gab. Doch eine Messerattacke dort hatte nach Polizeiangaben nichts mit dem Terrorakt zu tun, sie wird später als "nicht verbunden" heruntergestuft.
In der Nähe des Tatorts versuchen Menschen, sich am Absperrband an den Polizisten vorbeizuschleichen. "Ich kann nicht zu meinem Haus", und es sei nur da drüben, sagt eine ältere Frau verzweifelt. "Sie werden nicht in die Nähe der London Bridge kommen", sagt ein anderer Anwohner. "Alles ist zu."
Zahlreiche Einwohner und Geschäftsleute in der britischen Hauptstadt bieten gestrandeten Menschen Übernachtungsmöglichkeiten an. Unter dem Hashtag #SofaForLondon informieren sie über Twitter Besucher, die wegen der Absperrungen in der Stadt nicht nach Hause oder in ihr Quartier zurückkehren können. Auch Hotels und Restaurants am Südufer der Themse kümmern sich in der Nacht um Menschen auf dem Heimweg.
Terror-Serie: Westminster-Bridge, Manchester-Konzert, London-Bridge
Viele Passanten sind müde und verwirrt. Und sie erinnern sich an das Attentat von der Westminster-Brücke, das sehr ähnlich ablief: Ein Attentäter fuhr mit einem Fahrzeug bei hohem Tempo auf der Brücke beim Parlament in eine Menschenmenge. Wie jetzt erstach er anschließend mit einem Messer einen Menschen. Es war ein unbewaffneter Polizist. Noch immer legen Menschen dort Blumen am Zaum beim Parlament ab. Bilanz: sechs Tote, Dutzende Verletzte.
Noch frischer ist die Erinnerung an den Terroranschlag von Manchester vor knapp zwei Wochen, als ein Selbstmordattentäter nach einem Konzert seine Bombe in einer Menschenmenge zündete und 22 Menschen mit in den Tod riss. Darunter waren viele Kinder und Jugendliche.
Terror erinnert an Attacke auf der Westminster Bridge
Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert sehr an einen Angriff im März: Am 22. März war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren. Anschließend tötete er mit einem Messer einen unbewaffneten Polizisten. Bei dem Terrorangriff waren sechs Menschen ums Leben gekommen und Dutzende Menschen verletzt worden. Der Attentäter wurde erschossen.
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