Lebensretter

Wiener Arzt operierte am Todes-Schiff

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Peter Kühne wurde zum Helden der Kreuzfahrt. Minuten nachdem die Wellen zwei Personen töteten, operierte er und rettete so 17 Menschen.

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Tragödie auf Hoher See: Am Mittwoch wurde ein Kreuzfahrtschiff vor Spanien von drei Monsterwellen getroffen. Die Panoramascheibe des beliebten Restaurants auf Deck 5 der Louis Majestic wurde mit voller Wucht vom turmhohen Wasser eingedrückt. Zwei Personen starben (ein Italiener, ein Deutscher).

An Bord waren 70 Österreicher – sie alle hatten einen Schutzengel, kein einziger wurde verletzt.

Arzt hat zuerst gar nichts vom Unglück gemerkt
Einer von ihnen war Dr. Peter Kühne (64) aus Wien-Liesing. Vom Unglück merkte er erstmal nichts: „Ich stand gerade einen Stock höher am Schiff und dort hat man gar nichts mitbekommen. Ich war auf Deck 6, genannt das Casino. Der einzige Ort, an dem man rauchen durfte.“

Doch dann wurde der HNO-Arzt Kühne zum Helden der Reise. Nachdem die drei Wellen ins Schiff krachten und das Unheil anrichteten, meldete sich der Schiffsarzt über Lautsprecher. Er ersuchte an Bord befindliche Ärzte dringend um Hilfe. „Ich meldete mich sofort mit vier Kollegen. Wir bauten vier Behandlungsräume im Ärztetrakt in Operationssäle um. Ausrüstung war genug da. 17 Verletzten – drei davon waren sehr schwer getroffen – mussten wir schnell helfen. Es gab Schnittwunden in rauen Mengen, Knochenbrüche vor allem bei älteren Menschen. Ich habe hauptsächlich die dringenden Fälle erstversorgt“, so Kühne, mittlerweile wieder zurück in seinem schmucken Wiener Haus im 23. Gemeindebezirk.

Drei Stunden haben die Ärzte nonstop operiert
Drei Stunden operierten die fünf Ärzte (Peter Kühne, zwei deutsche Chirurgen, einer aus der Ukraine und der Schiffsarzt) nonstop. Dann war jeder der Verletzten versorgt.

Der Kapitän drehte währenddessen das Schiff um 180 Grad und verhinderte so eine weitaus größere Katastrophe: „Er hat das Schiff so umgedreht, dass das Wasser nicht mehr eindringen konnte. Er ist Wind und Wellen quasi davongefahren“, erklärt Kühne, der selbst 40 Jahre Seefahrt-Erfahrung hat. Er schipperte als Kapitän auf einem Schifferboot umher. Erst nachdem er den Job aufgab, wurde er Arzt.