Höchste Warnstufe
Alarmstufe Rot: Das sind die Hitze-Hotspots
Die Gebiete wurden am Mittwoch von Orange auf Rot gestellt. Das bedeutet, dass mit "extremer Hitzebelastung zu rechnen" ist. Laut Vorhersage könnte am Sonntag der österreichweite Rekord von 40,5 Grad aus dem Jahr 2013 - gemessen in Bad Deutsch-Altenburg (NÖ) - fallen.
Die Hitzewarnstufe Rot gilt mehrere Tage für große Gebiete. Folgende Regionen sind am Samstag, Sonntag und Montag betroffen: Wien, Weinviertel, Tullnerfeld, Bezirke Krems-Land, St. Pölten, Horn, Hollabrunn, Bruck an der Leitha, Mödling, Baden und Wiener Neustadt (alle Niederösterreich) und das Nordburgenland. Im oberösterreichischen Zentralraum wurden die Bezirke Linz, Linz-Land, Steyr, Wels und Perg am Samstag und Sonntag auf Rot gesetzt. Im Süden Österreichs sind die Städte Graz, Villach und Klagenfurt nur am Sonntag auf Rot, präzisierte die Geosphere am Mittwochnachmittag in einer Aussendung.
Minimale Abschwächung am Montag
In allen Landeshauptstädten werden laut der Prognose am Samstag und Sonntag mehr als 35 Grad erwartet, in Wien bis zu 39 Grad. Am Montag sollte sich die Hitzewelle minimal abschwächen - mit Ausnahme des Nordostens, wo es weiter extrem heiß bleibt. Ausschlaggebend für die rote Hitzewarnung ist laut Geosphere unter anderem der Umstand, dass es - vor allem in den Städten - auch in den Nächten kaum abkühlen wird. Voraussichtliche Tiefsttemperaturen von 24 bis 27 Grad verdeutlichen dies.
"Der Ostalpenraum steht unter dem Einfluss eines mächtigen Hochdruckgebietes und subtropische Luftmassen sind wetterbestimmend", erklärt Andreas Schaffhauser, wissenschaftlicher Generaldirektor der Geosphere Austria. "Aufgrund der seit vergangenem Freitag anhaltenden Hitzebelastung und einem weiteren prognostizierten Temperaturanstieg wird ab Samstag eine rote Temperaturwarnung, vor allem für den Nordosten Österreichs, mit Sonntag dann auch für die Ballungszentren ausgegeben. Die fehlende nächtliche Abkühlung und das prognostizierte Überschreiten der höchsten jemals gemessenen Tageshöchsttemperaturen sind mitentscheidend für die Festlegung der Warnstufe Rot."
Warnung und Hitze-Tipps
Sowohl in den rot markierten Gebieten als auch im orange markierten Restösterreich warnt die Geosphere vor Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Möglich seien erhöhte Körpertemperatur und Puls, Schwäche und Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe sowie Verwirrtheit, Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Direktes Sonnenlicht sollte gemieden werden. "Achten Sie darauf, dass Kinder vor der Sonne geschützt sind", heißt es in den Handlungsempfehlungen. Weiters: "Meiden Sie verbaute und versiegelte Plätze, wo es keinen Schatten gibt! Gehen Sie nicht in der heißesten Tageszeit nach draußen! Ziehen Sie die Vorhänge zu bzw. schließen Sie die Jalousien. Öffnen Sie die Fenster vorwiegend in der Nacht bzw. in den kühlen Morgenstunden! Vermeiden Sie große Anstrengungen bzw. verschieben Sie körperliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden oder den Abend!" Pro Tag sollten mindestens zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßter Tee oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte getrunken und Alkohol gemieden werden.
Direktes Sonnenlicht sollte gemieden werden. "Achten Sie darauf, dass Kinder vor der Sonne geschützt sind", heißt es in den Handlungsempfehlungen. Weiters: "Meiden Sie verbaute und versiegelte Plätze, wo es keinen Schatten gibt! Gehen Sie nicht in der heißesten Tageszeit nach draußen! Ziehen Sie die Vorhänge zu bzw. schließen Sie die Jalousien. Öffnen Sie die Fenster vorwiegend in der Nacht bzw. in den kühlen Morgenstunden! Vermeiden Sie große Anstrengungen bzw. verschieben Sie körperliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden oder den Abend!" Pro Tag sollten mindestens zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßter Tee oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte getrunken und Alkohol gemieden werden.
Höchste Hitzewarnstufe ab gefühlten 40 Grad
Die Hitzewarnungen werden auf Basis prognostizierter Werte für die gefühlte Temperatur erstellt, wird im Nationalen Hitzeschutzplan des Gesundheitsministeriums erläutert. Warnstufe Rot gilt ab gefühlten 40 Grad Celsius. Auch die nächtliche Abkühlung wird dabei berücksichtigt.
Zur Berechnung der gefühlten Temperatur werde das "Klima-Michel-Modell" des Deutschen Wetterdienstes verwendet, heißt es im Nationalen Hitzeschutzplan weiter. Das sei ein Energiebilanzmodell für den menschlichen Organismus, das unter anderem Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind berücksichtigt. Es beschreibe das Temperaturempfinden eines Durchschnittsmenschen hinsichtlich Behaglichkeit, Wärmebelastung und Kältestress und wird als Indikator für das Hitzewarnsystem verwendet.
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Hitzewarnungen werden ausgegeben, wenn die Prognosen der Geosphere Austria vordefinierte Warnschwellen über einen Zeitraum von mehreren Tagen erreicht bzw. überschritten werden. Auch die nächtliche Abkühlung fließt dabei ein.
Liegt die gefühlte Temperatur unter 30 Grad, ist Stufe Grün in Kraft, also keine aktive Warnung. Stufe Gelb gilt, wenn die gefühlte Temperatur zwischen 30 und 35 Grad liegt. In dieser zweiten Stufe ist mit leicht erhöhter Hitzebelastung zu rechnen. Bei einer gefühlten Temperatur von über 35 Grad geht man von einer erhöhten Hitzebelastung aus, es gilt Warnstufe Orange. Die vierte und höchste Warnstufe Rot warnt vor starker Hitzebelastung bei einer gefühlten Temperatur ab 40 Grad.
Hitzetelefon wieder in Betrieb
Die Warnungen werden auf Bezirksebene ausgegeben und lösen unterschiedliche Maßnahmen aus. So werden bei Stufe drei Hitzeschutzmaßnahmen der Länder unter anderem für Gesundheitseinrichtungen und Sozialorganisationen aktiviert. Bei der höchsten Warnstufe kann im Bedarfsfall das Staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement einberufen werden.
Die Bevölkerung wird je nach Warnstufe über diverse Kanäle des Ministeriums und die Medien zu gesundheitlichen Belastungen und zu richtigem Verhalten bei Hitze informiert. Vergangenen Sonntag ist zudem das Hitzetelefon des Gesundheitsministeriums wieder in Betrieb gegangen. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-880-800 informieren Fachleute unter anderem darüber, wie man sich vor gesundheitlichen Belastungen durch Hitze schützen kann und woran man gefährliche Warnzeichen erkennt. Zudem sind online unter https://gesundheit.gv.at Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze zu finden.