In Wiener Neustadt

AMS‑Messe bringt neue Hoffnung für 55 plus

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In Wiener Neustadt hat das AMS Niederösterreich im Zuge einer Jobmesse für Menschen ab 55 Jahren neue Chancen gegen die steigende Altersarbeitslosigkeit aufgezeigt.

Die Lage am Arbeitsmarkt trifft ältere Jobsuchende besonders hart: In Niederösterreich ist bereits mehr als jeder vierte Arbeitslose über 55 Jahre alt. Aus diesem Grund holte das AMS am heutigen Montag 800 Betroffene in die Kasematten nach Wiener Neustadt, wo 28 Aussteller konkrete Chancen präsentierten – von neuen Jobs bis zu maßgeschneiderter Beratung. Die Botschaft dahinter: Erfahrung zählt, niemand soll im höheren Alter am Rand stehen.

Horst Pammer (AK NÖ Vizepräsident), Sandra Kern (AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin), Monika Eisenhuber (WKO NÖ Vizepräsidentin), Personalmanagerin Catrin Mayerhofer-Trajkovski. © photonews.at/Georges Schneider

Trotz schwieriger Lage zeigt das AMS, dass Bewegung möglich ist: In den vergangenen drei Jahren wurde die Langzeitarbeitslosigkeit um ein Viertel reduziert, bei den über 55‑Jährigen sogar halbiert. Heuer gelang bereits mehr als 5.200 Menschen dieser Altersgruppe der Wiedereinstieg. Auf der Messe selbst warteten 16 Unternehmen mit rund 100 offenen Stellen – vom Handwerk über Verkauf bis hin zur Pflege. Dazu kamen elf Bildungs- und Beratungseinrichtungen, die Wege zu neuen Qualifikationen und gesundheitlicher Stabilität aufzeigten.

Sandra Kern (AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin), Anatol Kaiser (CEO PAG Holding GmbH), Hedwig Alscher, (Bilanzbuchhalterin – ehemals arbeitslos, nun wieder beschäftigt). Monika Eisenhuber (WKO NÖ Vizepräsidentin), Horst Pammer (AK NÖ Vizepräsident). © photonews.at/Georges Schneider

Die nackten Zahlen verdeutlichen: Ende Mai waren in NÖ 43.942 Menschen arbeitslos, davon 11.619 über 55 – ein Plus von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen sind Frauen, deren Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe um 11,5 Prozent stieg. Mehr als die Hälfte kämpft mit gesundheitlichen Problemen. Gleichzeitig setzt das AMS auf Förderungen: 234 ältere Beschäftigte wurden heuer qualifiziert, 680 fanden über Lohnzuschüsse einen Job, 3.400 nutzten spezielle Beratungsprogramme, und 44 starten eine neue Fachkräfteausbildung.

Stimmen zur Job-Messe

"Aus der Beratungspraxis wissen wir: Best Ager bringen Erfahrung und Stabilität ins Team und sind bei der Weitergabe von Wissen unverzichtbar. Einmal arbeitslos geworden, brauchen diese AMS-Kund_innen allerdings länger Zeit, bis sie wieder einen Arbeitsplatz gefunden haben. Wir lassen daher nichts unversucht, um für Betroffene echte Beschäftigungschancen herauszuarbeiten", betont AMS NÖ Landesgeschäftsführerin Sandra Kern.

"Die Jobchancen für Menschen über 55 schwinden, wenn sie einmal arbeitslos sind. Jede Initiative, um die Rückkehr ins Arbeitsleben zu ermöglichen, ist daher wichtig und unterstützenswert. Es lohnt sich, ältere Dienstnehmer zu beschäftigen. Sie bringen für Arbeitgeber attraktive Skills mit, die oftmals unterschätzt werden. Dazu zählt ein langjähriger Erfahrungsschatz, Loyalität und ganz besonders Wissenstransfer", ergänzt AK NÖ-Vizepräsident Horst Pammer.

"Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind keine zweite Wahl, sondern ein Gewinn für jeden Betrieb. Wenn wir den Fachkräftemangel nachhaltig lösen wollen, müssen wir das Arbeiten im Alter noch attraktiver gestalten. Denn eines ist klar: Ohne die Generation 55+ wird es nicht gelingen, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unser Sozialsystem langfristig abzusichern", erklärt WKNÖ-Vizepräsidentin Monika Eisenhuber abschließend.