Haupternte
Ansturm auf Wachauer Marillen startet
In der Wachau steht die Haupternte der begehrten Marillen "unmittelbar" bevor. Bereits seit Anfang der Woche wird in den Obstgärten "fleißig gepflückt", so Franz Schöberl, Obmann des Vereins Wachauer Marille, zu oe24. Damit beginnt die intensivste Phase für die Marillenbauern wegen heuer eine Woche früher als üblich. Die Ernte dauert dann rund zwei Wochen und variiert auch je nach Ort und Lage. Den Auftakt machen die Anbaugebiete im Osten rund um Krems, wo die Früchte zuerst reifen. Danach geht die Arbeit Schritt für Schritt weiter nach Westen über Willendorf bis nach Spitz.
Spätfrost drückt die Erntemenge
Im Vergleich zum Vorjahr erwarten die Marillenbauern heuer eine geringere Ausbeute und sprechen von einer "durchschnittlichen Erntemenge". Schuld daran sind kalte Nächte im Frühjahr. Weil die Bäume sehr früh blühen, reagieren sie extrem empfindlich auf späte Kälteeinbrüche. "Der Spätfrost im Frühjahr hat in vereinzelten Orten Schäden angerichtet. Das kann man nicht wegdiskutieren“, sagt Schöberl. Der geringere Ertrag hat allerdings einen Vorteil für die Qualität der Früchte. Wenn weniger Marillen am Baum hängen, verteilt sich die Kraft der Pflanze besser. Das sorgt für ein besonders intensives Aroma.
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Alte Sorten verlangen schnelle Verarbeitung
Für den besonderen Geschmack setzen die Wachauer Marillenbauern auf ganz bestimmte Klassiker aus der Region. "Wir kultivieren alte, traditionelle Marillensorten wie Ungarische Beste, Klosterneuburger Marille oder Kremser Marille“, erklärt Schöberl. Diese Sorten überzeugen zwar durch ihr hervorragendes Aroma, halten sich aber nach dem Pflücken nicht sehr lange. Sie haben ein geringeres Lagerpotenzial und müssen deshalb rasch verarbeitet werden.
Gütesiegel schützt das Original
Wer tatsächlich das Originalprodukt aus der Region kaufen möchte, sollte auf das Gütesiegel des Vereins achten. Es zeigt eine Zistel, den traditionellen Erntekorb. Ungefähr 200 Bauern gehören der Vereinigung an und stellen sich jedes Jahr den Prüfungen einer Zertifizierungsstelle. Die Nachfrage auf der vereinseigenen Marillenbörse im Internet ist bereits riesig. Der Preis liegt trotz des begrenzten Angebots durchgehend stabil zwischen 6 und 7 Euro pro Kilo. Der Preis ist "stabil", so Schöberl.
Marillenknödelautomat beim Kirtag in Spitz
Begleitet wird die Erntezeit von vielen Veranstaltungen im Weltkulturerbe. In der Kremser Fußgängerzone startet heute "Alles Marille". Geboten werden etwa kulinarische Spezialitäten, Musik, Tanz und der "längste Marillenkuchen des Landes". Den krönenden Abschluss der Marillensaison bildet der Marillenkirtag in Spitz von 17. bis 19. Juli. Dort treten "König Marillus" und "Königin Aprikosia" auf. Die Veranstaltung findet seit den 1950er-Jahren statt. Legendär ist der "Marillenknödelautomat".