Geldfrage
Asbest-Schock: 1,6 Mr. Euro – wer zahlt die Rechnung?
Über Jahrzehnte wurde asbesthaltiges Gestein aus burgenländischen Steinbrüchen quer durch Ostösterreich verteilt – als Straßenschotter, als Fundamente, in Gärten. Betroffen sind neben dem Burgenland auch Teile der Steiermark, Niederösterreichs – und Ungarn. Seit 1990 wurden laut Greenpeace rund 26 Millionen Tonnen des Giftmaterials abgebaut und verbaut. Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster schlägt Alarm: „Viele Menschen haben es sogar im Vorgarten liegen!"
Niemand könne zahlen - außer der Bund
Die drei verantwortlichen Steinbruchbetreiber Zöchling, Klöcherbau und Hermann Mayer kommen zusammen auf einen Jahresumsatz von weniger als 200 Millionen Euro. Den Milliardenschaden? Können sie schlicht nicht stemmen. Auch das Burgenland mit seinem Landesbudget von 2,8 Milliarden Euro ist überfordert. Greenpeace fordert daher klipp und klar: Der Bund muss Katastrophenhilfe bereitstellen – sofort!
Auch interessant
Kosten drohen zu explodieren
Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) steht direkt im Visier der Umweltschützer. Nur wenn rasch neue, sichere Deponien – etwa in den geschlossenen Steinbrüchen selbst – errichtet werden, lässt sich der Schaden auf 1,6 Milliarden deckeln. Passiert das nicht, warnt Schuster unverblümt: „Drohen die Kosten auf mindestens das Doppelte zu explodieren!" Also: bis zu 3,2 Milliarden Euro!
Jahrzehntelange Zeitbombe
Besonders perfide: 20 Prozent des Giftmülls steckt in asbesthaltigem Asphalt – der ist wegen des Bitumengehalts noch teurer zu entsorgen als normaler Asbestschotter. Jede Straßensanierung in der betroffenen Region wird dadurch auf Jahrzehnte hinaus zur Kostenfalle. Und bei jeder Baumaßnahme drohen giftige Asbestfasern freigesetzt zu werden. Die Gesundheitskosten? In den 1,6 Milliarden noch gar nicht eingerechnet!