Geldfrage

Asbest-Schock: 1,6 Mr. Euro – wer zahlt die Rechnung?

ABD0018_20260313 - EISENSTADT - ÖSTERREICH: ++ HANDOUT ++ ZU APA0023 VOM 13.3.2026 - Greenpeace hat mit Staubproben im Südburgenland 'zweifelsfrei eine Asbestbelastung der Luft nachgewiesen'. Die am höchsten mit Asbestfasern belastete Staubabdruckprobe wurde dabei in Badersdorf (Bezirk Oberwart) genommen, teilte die Umweltorganisation am Freitag mit. Im Bild: Gestein vor dem Einkaufszentrum EO in Oberwart. Beim Einkaufszentrum EO etwa wurden beim Eingang 40 Fasern pro Quadratzentimeter gemessen. - FOTO: APA/GREENPEACE - ++ WIR WEISEN AUSDRÜCKLICH DARAUF HIN, DASS EINE VERWENDUNG DES BILDES AUS MEDIEN- UND/ODER URHEBERRECHTLICHEN GRÜNDEN AUSSCHLIESSLICH IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ANGEFÜHRTEN ZWECK UND REDAKTIONELL ERFOLGEN DARF - VOLLSTÄNDIGE COPYRIGHTNENNUNG VERPFLICHTEND ++
© APA/GREENPEACE
Österreichs größter Umweltskandal wird zum Milliarden-Desaster! Eine neue Greenpeace-Berechnung zeigt: Der Asbest-Skandal im Burgenland wird mindestens 1,6 Milliarden Euro kosten – Tendenz dramatisch steigend!
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Über Jahrzehnte wurde asbesthaltiges Gestein aus burgenländischen Steinbrüchen quer durch Ostösterreich verteilt – als Straßenschotter, als Fundamente, in Gärten. Betroffen sind neben dem Burgenland auch Teile der Steiermark, Niederösterreichs – und Ungarn. Seit 1990 wurden laut Greenpeace rund 26 Millionen Tonnen des Giftmaterials abgebaut und verbaut. Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster schlägt Alarm: „Viele Menschen haben es sogar im Vorgarten liegen!"

Niemand könne zahlen - außer der Bund

Die drei verantwortlichen Steinbruchbetreiber Zöchling, Klöcherbau und Hermann Mayer kommen zusammen auf einen Jahresumsatz von weniger als 200 Millionen Euro. Den Milliardenschaden? Können sie schlicht nicht stemmen. Auch das Burgenland mit seinem Landesbudget von 2,8 Milliarden Euro ist überfordert. Greenpeace fordert daher klipp und klar: Der Bund muss Katastrophenhilfe bereitstellen – sofort!

Kosten drohen zu explodieren

Aktivisten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und von der Bürgerinitiative 'Stoppt die Deponie Schönberg' protestieren am Freitag (18.11.2011) vor der Schweriner Staatskanzlei gegen geplante Asbesttransporte zur landeseigenen Deponie Ihlenberg bei Schönberg (Nordwestmecklenburg). Von einer Industriebrache in Wunstorf bei Hannover sollen rund 130.000 Tonnen Asbestschlamm zur Deponie bei Schönberg gebracht werden. Bürgerinitiativen befürchten Gesundheitsgefährdungen durch die krebsauslösenden Fasern. Foto: Jens Büttner dpa/lmv/lno/lni +++(c) dpa - Bildfunk+++
Aktivisten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und von der Bürgerinitiative 'Stoppt die Deponie Schönberg' protestieren. © dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) steht direkt im Visier der Umweltschützer. Nur wenn rasch neue, sichere Deponien – etwa in den geschlossenen Steinbrüchen selbst – errichtet werden, lässt sich der Schaden auf 1,6 Milliarden deckeln. Passiert das nicht, warnt Schuster unverblümt: „Drohen die Kosten auf mindestens das Doppelte zu explodieren!" Also: bis zu 3,2 Milliarden Euro!

Jahrzehntelange Zeitbombe

Besonders perfide: 20 Prozent des Giftmülls steckt in asbesthaltigem Asphalt – der ist wegen des Bitumengehalts noch teurer zu entsorgen als normaler Asbestschotter. Jede Straßensanierung in der betroffenen Region wird dadurch auf Jahrzehnte hinaus zur Kostenfalle. Und bei jeder Baumaßnahme drohen giftige Asbestfasern freigesetzt zu werden. Die Gesundheitskosten? In den 1,6 Milliarden noch gar nicht eingerechnet!

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