Pleite

Aus nach 39 Jahren: Wiener Kult-Italiener sperrt zu

Gemütliches Restaurant mit Holz- und Polsterbänken, Einzelblumen auf Tischen, Fenster zur Straße.
© Ristorante Pizzeria Fiorino
Nach fast vier Jahrzehnten ist Schluss: Das Fiorino in der Praterstraße hatte Ende Juni zum letzten Mal geöffnet. Mit der Schließung verliert Wien einen weiteren Gastronomiebetrieb, der Generationen von Gästen begleitet hat.
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Für zahlreiche Gäste war das Fiorino weit mehr als nur ein Restaurant. Seit der Eröffnung im Jahr 1987 prägte das Lokal das Grätzl in der Leopoldstadt und wurde über die Jahre zu einem beliebten Treffpunkt für Pizza, Pasta und gemütliches Beisammensein. Nun hat Betreiber Peter Seidl bekannt gegeben, dass die Türen dauerhaft geschlossen bleiben. Der Schritt sei ihm alles andere als leicht gefallen. "Es kamen einfach zu viele Faktoren zusammen, auf die ich keinen Einfluss hatte. Irgendwann muss man die Realität annehmen – auch wenn es wehtut", informiert Seidl auf der Unternehmenswebseite.

Für die Seidl u. Zahlmayer Gesellschaft m.b.H. wurde am Handelsgericht Wien Konkurs angemeldet. Gläubiger sind aufgerufen, ihre Forderungen bis spätestens 3. September 2026 geltend zu machen. Wie hoch die Schulden des Unternehmens ausfallen, ist derzeit nicht öffentlich bekannt.

Schwere letzte Jahre

Die vergangenen Jahre hätten dem Betrieb schwer zugesetzt, betont der Betreiber. Nach der Corona-Pandemie habe sich das Ausgehverhalten vieler Gäste deutlich verändert, eine erhoffte Erholung sei ausgeblieben. Gleichzeitig schossen durch den Ukraine-Krieg sowohl Einkaufspreise als auch Energiekosten in die Höhe. Dazu kamen die Auswirkungen des Umbaus der Praterstraße in den Jahren 2023 und 2024, der den Gastgarten über lange Zeit beeinträchtigte und damit wichtige Einnahmen kostete.

Auch bei den laufenden Kosten wurde die Belastung zunehmend größer. Die Personalkosten stiegen innerhalb von zwei Jahren um beinahe 20 Prozent, darüber hinaus wurde die Miete deutlich angehoben. Seidl zufolge machte sich schließlich eine spürbare Zurückhaltung bei den Gästen bemerkbar. Der letzte Betriebstag war der 28. Juni, wodurch nach 39 Jahren das Aus des Kult-Lokals endgültig besiegelt war.

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