Es ist nicht die erste schwache Phase von Helm als Trainer der Austria. Seine Amtszeit startete schon mit nur zwei Siegen aus den ersten zehn Partien, wenn man die zwei Cup-Siege gegen unterklassige Gegner hinausrechnet.
Doch im selben Jahr hielt er die Veilchen bis zum letzten Spieltag im Titelrennen, der 43-Jährige zeigte sich in Krisen stets äußerst resilient. Doch aktuell scheint sich auch sein Latein dem Ende zu nähern, trotz drei dreiwöchiger Pause waren die Schritte nach vorne zu klein.
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"Was die Leistungen betrifft, bewegt sich der Trend in die richtige Richtung. Aber die Ergebnisse fehlen", war das Fazit von Helm nach dem 0:2 gegen Sturm. Sportvorstand Tomas Zorn ist bereits gefordert, dem Trainer den Rücken zu stärken – und tut das auch noch: "Es fordert uns nicht auf, wild und unüberlegt zu handeln."
"Neue Impulse" am Verteilerkreis gefordert
Doch die Schlinge scheint sich zuzuziehen. Sky-Experte Marko Stankovic, seinen eigenen Worten nach ein "großer Sympathisant von Stephan Helm", warf im Podcast mit Didi Hamann bereits einen neuen Impuls durch Trainerwechsel in den Raum.
Zahlreiche Austria-Fans stehen ihrem Trainer schon länger kritisch gegenüber, weil selbst in guten Phasen der gezeigte Fußball sehr weit vom Leitbild des Vereins abweicht. Die limitierten Finanzen lassen das violette Scheiberlspiel kaum zu, das ist auch den Fans bewusst. Dennoch schleicht sich das Gefühl ein, es wäre mehr möglich.
Thorsten Fink ist wieder verfügbar
Pünktlich zu dieser Trainer-Diskussion kommt nun wieder ein Mann auf den Trainermarkt, der die Veilchen an eine bessere Zeit reminiszieren lässt. Thorsten Fink wurde bei Samsunspor auf dem vorletzten Platz der Süper Lig liegend entlassen, nachdem er diese im Februar übernommen und noch Conference-League-Achtelfinale gespielt hatte.
Für den Deutschen war es die siebente Trainer-Station im sechsten Land seit 2018, damals ging seine Zeit bei Austria Wien zu Ende. Für kein Team stand der der 58-Jährige, der als Profi mit Bayern die Champions League (2000/01) gewann, öfter an der Seitenlinie. Ganze 130 Spiele war er im Amt, zweimal (16/17 und 17/18) führte er die Wiener in die Gruppenphase der Europa League.
Von diesen Sphären träumt man in Wien-Favoriten seitdem, auch deshalb werden Stimmen für eine Rückkehr laut.
Zuschauerboom als große Stärke
Finks FAK-Punkteschnitt liegt mit 1,60 unter jenem von Helm (1,66), allerdings sollte dieser auch in den Kontext gesetzt werden, dass die Austria ihre Heimspiele damals wegen Umbauarbeiten im Happel-Stadion spielte, mit einem Schnitt von unter 8.000 Zusehern.
In den letzten zwei Jahren lag dieser bei über 13.000 Match-Besuchern, die Unterstützung von den Rängen auch in schwierigen Phasen gilt mittlerweile als Stärke der Austria.
Jetzt muss Stephan Helm liefern
Diese Unterstützung für den Trainer bewies auch die Führungsriege der Austria, die früher für ihren nervösen Finger am Schleudersitz bekannt war. Auch deshalb verspürt Stephan Helm noch den nötigen Raum für Verbesserungen.
In den kommenden Wochen warten mit dem Auswärts-Doppel gegen Ried und Altach, dem Cup-Heimspiel gegen Hartberg und dem anschließenden Wiener Derby in Wien-Favoriten entscheidende Wochen.