Nach Informationen der "Bild" hat der Sportvorstand von der Klubführung ein Ultimatum bis Ende August erhalten. Auf der nächsten Aufsichtsratssitzung soll bewertet werden, ob der 52-Jährige weiterhin der richtige Mann für die sportliche Führung des Rekordmeisters ist.
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Dem Bericht zufolge darf Eberl das Sommer-Transferfenster noch uneingeschränkt gestalten. Eine vorzeitige Trennung steht aktuell nicht zur Debatte. Nach der Aufsichtsratssitzung Ende August könnte die Situation jedoch neu bewertet werden.
Offene Kritik
Dass Eberls Position intern nicht unumstritten ist, wurde bereits in den vergangenen Wochen deutlich. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte im Gespräch mit dem "Spiegel" erklärt, die Chancen auf eine Vertragsverlängerung stünden "60 zu 40", fügte jedoch hinzu: "Da sind noch Zweifel." Mehrere Medien werteten diese Aussagen als ungewöhnlich deutlichen Hinweis darauf, dass die Bayern-Führung die Entwicklung genau beobachtet.
Laut "Bild" gibt es mehrere Kritikpunkte. So soll Eberl bei Transfers zu schnell zum Abschluss kommen wollen, wodurch Verhandlungen aus Sicht einiger Verantwortlicher unnötig teuer werden. Zudem wünschen sich die Bayern-Bosse offenbar mehr Härte bei Gehaltsgesprächen sowie eine engere Abstimmung mit dem Aufsichtsrat bei wichtigen Personalentscheidungen. Ähnliche Vorwürfe wurden zuletzt auch von anderen Medien aufgegriffen.
Sommer entscheidet
Im Mittelpunkt stehen nun konkrete Aufgaben für den Sommer. Eberl soll nach Informationen der "Bild" mehrere Spieler von der Gehaltsliste bekommen. Dazu gehören unter anderem Alexander Nübel, João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza. Auch bei möglichen Verkäufen von Minjae Kim und Hiroki Ito werden Fortschritte erwartet.
Gleichzeitig muss der Sportvorstand seine Transferstrategie rechtfertigen. Wie die "Bild" berichtet, stellte Eberl bei einer Aufsichtsratssitzung im Februar die Verpflichtungen von Michael Olise und Luis Díaz in den Mittelpunkt seiner Präsentation. Demnach zeigte er anhand von Leistungsdaten auf, wie stark sich die neue Flügelzange im Vergleich zu Kingsley Coman und Leroy Sané entwickelt habe.
Trotz der Kritik kann Eberl auch Erfolge vorweisen. Unter seiner Verantwortung gewann Bayern in der Saison 2025/26 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Zudem gilt er als wichtiger Architekt mehrerer Vertragsverlängerungen und Transferentscheidungen der vergangenen Monate. Dennoch wird sein Wirken offenbar nicht ausschließlich an Titeln gemessen, sondern auch daran, wie konsequent er die wirtschaftlichen Vorgaben des Vereins umsetzt.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Innerhalb des Vereins soll die Zusammenarbeit zwischen sportlicher Führung und Aufsichtsrat zuletzt mehrfach diskutiert worden sein. Berichten zufolge wollen Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge bei zentralen Personalfragen stärker eingebunden werden. Die Aufsichtsratssitzung im August gilt daher als entscheidender Termin für die Bewertung von Eberls Arbeit.
Der Transfersommer wird damit nicht nur über die Zusammensetzung des Bayern-Kaders entscheiden. Für Max Eberl geht es gleichzeitig um seine eigene Zukunft beim deutschen Rekordmeister. Gelingt es ihm, die Erwartungen der Klubführung zu erfüllen, könnte er gestärkt aus den Monaten hervorgehen. Bleiben die erhofften Verkäufe und sportlichen Weichenstellungen aus, dürfte die Diskussion um seine Rolle beim FC Bayern erneut Fahrt aufnehmen.