Heftig

Bergdoktor-Dorf: Blutiger Nachbarschafts-Streit eskaliert

© ORF/ZDF/Thomas R. Schumann
Ein Nachbarschaftsstreit wie aus einem schlechten Film: Im idyllischen Tiroler Ort Ellmau – eigentlich bekannt als heile Kulisse der ZDF-Erfolgsserie "Der Bergdoktor" – tobt seit fast zwei Jahrzehnten ein unerbittlicher Krieg zwischen einem deutschen Geschwisterpaar und dem bekannten Schlagersänger Hansi Kiesler (70). Im September gipfelt der Zoff in einer Mega-Klage vor dem Landesgericht Innsbruck, bei der es um Hunderttausende Euro geht.
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In Ellmau, wo Hans Sigl (57) als Fernseh-Bergdoktor für jedes Problem eine Lösung findet, herrscht im echten Leben tiefer Hass. Das aus Wolfsburg stammende Geschwisterpaar Carsten (59) und Gabriele Olbrich bekriegt sich seit fast 20 Jahren bis aufs Blut mit den Anwohnern. Die Geschwister haben sich im gesamten Ort den Ruf von extremen Querulanten erarbeitet.

Ob Falschparker, Lieferwagen auf der Straße oder Bauarbeiter mit polnischem Kennzeichen – Carsten Olbrich schwärzte fleißig Nachbarn beim Finanzamt an, schrieb Beschwerden an die Gemeinde und zeigte wegen mangelnder Unterstützung sogar die Polizei an. Schlagersänger Hansi Kiesler („Hüttenzauber“) bringt es gegenüber BILD auf den Punkt:

"Sie sind mit 80 Prozent der Ellmauer im Streit."

Hansi Kiesler © Getty Images

Die blutige Eskalation beim Abendspaziergang

Im Jahr 2022 eskalierte das angespannte Verhältnis völlig. Bei einem abendlichen Spaziergang mit ihrem Dobermann Eddy trafen die Olbrichs auf die Familie des Sängers. Nach einem heftigen Wortgefecht zwischen Carsten Olbrich und Kieslers Tochter über ständige Anzeigen und das Aussehen der Tochter, schaltete sich der Schlagerstar ein.

Hansi Kiesler © Getty Images

Auf einem Handyvideo ist noch zu hören, wie der 70-Jährige brüllt: "Was willst du, du Oarschloch?", bevor die Aufnahme abrupt endet. Was danach geschah, darüber gibt es zwei völlig unterschiedliche Versionen:

  • Die Version der Olbrichs: Sie behaupten, Kiesler habe sie Sekunden nach dem Video brutal zusammengeschlagen. Laut Krankenhausbericht erlitten die Geschwister einen Rippenbruch, einen Trommelfellriss, eine Gehirnerschütterung sowie etliche Prellungen.
  • Die Version von Hansi Kiesler: Er beteuert, er habe nur seiner Tochter beistehen wollen, die mit dem Dobermann bedroht wurde. Als er das filmende Handy wegschlug, habe ihn der Hund attackiert, woraufhin er sich mit Tritten wehrte. Olbrich sei bei dem Gerangel auf eine Bank gestürzt. Schwester Gabriele habe den Sänger zudem an den Haaren gerissen, woraufhin er "zurückgehauen" habe.

Zivilklage fordert bis zu 250.000 Euro

Nach einem ersten Strafprozess, bei dem Kiesler bereits eine Zahlung von 1500 Euro aufgebrummt wurde, folgt nun das finanzielle Nachspiel. Drei Jahre nach dem Vorfall reichen die deutschen Geschwister Zivilklage beim Landesgericht Innsbruck ein.

Auch bei den geforderten Summen gehen die Angaben weit auseinander: Während Kiesler angibt, Gabriele fordere 100.000 Euro und Carsten sogar 150.000 Euro Schmerzensgeld, spricht Carsten Olbrich selbst von einer Forderung über 75.000 Euro. Der Bürgermeister von Ellmau, Nikolaus Manzl, wollte sich zu dem eskalierten Nachbarschaftskrieg auf Anfrage nicht äußern. Im September müssen die Streithähne nun vor dem Richter Farbe bekennen.