Schottlands Goldtor
Bewegend: Das steckt hinter dem Brillen-Jubel
Es war weit mehr als nur ein Tor: Als Schottlands Matchwinner John McGinn nach seinem Treffer zum 1:0-Sieg bei der Fußball-WM gegen Haiti jubelnd vor die Tribüne lief, galt sein erster Gedanke seinem Neffen Jack. Mit den Händen formte McGinn eine Brille vor seinem Gesicht - eine einfache, aber bewegende Geste. "Es bedeutet mir die Welt", sagte der Aston-Villa-Profi über das Zeichen für seinen jungen Verwandten, der von der Tribüne aus zusah.
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"Kraft schicken"
"Ich bin mir sicher, wenn er wieder in die Schule geht, werden all seine Mitschüler darüber reden", sagte McGinn. Der Neffe des umjubelten Matchwinners leidet an einer Sehschwäche und ist beim Fußballspielen auf eine Brille angewiesen. Gerade für Kinder könne das eine große Herausforderung sein, erklärte McGinn. "Wenn du jünger bist, ist das oft schwierig, weil du dich sozial ausgeschlossen fühlst. Deshalb will ich ihn so ein wenig unterstützen und ihm Kraft schicken", hatte der Mittelfeldspieler seinen mittlerweile bekannten Torjubel einst erklärt.
Schon in der Nacht auf Samstag könnte McGinn seinen Neffen erneut stolz machen. Dann fordert Schottland, das noch nie die Gruppenphase bei einer WM überstehen konnte, die klar favorisierten Marokkaner heraus. Weil sich Brasilien und Marokko zum Auftakt 1:1 trennten, führen die "Bravehearts" die Gruppe C sogar an. "Hoffentlich stehen viele Kinder morgen auf und platzen vor Stolz", sagte McGinn.