Unwetter-Drama
Blindflug: Hagel zersplittert Scheibe von Airbus
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagabend, als rund 200 Passagiere aus dem ägyptischen Ferienort Marsa Alam zurückkehrten. Das Flugzeug vom Typ Airbus A320 wurde in der Luft von heftigen Winden durchgeschüttelt, während Hagel gegen die Bordwand und das Cockpit schlug. Tischtennisballgroße Hagelkörner zerbeulten den Bug des Flugzeugs und führten dazu, dass die Cockpitscheibe der Piloten zersplitterte. Trotz dieser extremen Bedingungen und der stark eingeschränkten Sicht gelang es dem Kapitän, die Maschine sicher auf dem Boden aufzusetzen.
Abfertigung wegen Sturm unterbrochen
Warum der Pilot trotz einer tagelangen Vorwarnung direkt in das starke Gewitter flog, blieb zunächst unklar. Auf eine offizielle Anfrage der BILD-Zeitung reagierte die Fluggesellschaft Air Cairo bislang nicht. Flughafen-Sprecherin Beate Schleicher bestätigte dem Blatt jedoch, dass am Donnerstagabend extrem widrige Bedingungen über dem Areal herrschten. Wegen des heftigen Unwetters musste die Ausladung aller bereits gelandeten Flugzeuge zwischen 17:36 Uhr und 18:00 Uhr komplett unterbrochen werden.
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Urlauber mussten ins Hotel
Auch am Freitagmittag befand sich die stark beschädigte Maschine noch an ihrer Parkposition am Flughafen. Nach Angaben der Sprecherin hätte der Airbus eigentlich am Donnerstag um 19:15 Uhr mit neuen Fluggästen den Rückflug nach Marsa Alam antreten sollen. Dieser Flug musste jedoch gestrichen werden. Die betroffenen Urlauber mussten eine Nacht in einem Hotel verbringen und wurden erst am Freitagmorgen mit einer Ersatzmaschine nach Ägypten geflogen.
Sichere Landung durch Instrumente
Dass die Landung trotz der zertrümmerten Scheibe unfallfrei glückte, liegt an der Technik im Cockpit. Sprecherin Schleicher erklärte dazu gegenüber der deutschen Bild-Zeitung: "Beim Landen wird nach Instrumenten geflogen. Freie Sicht ist nicht zwingend erforderlich." Eine Sprecherin der Piloten-Vereinigung Cockpit ergänzte, dass die Ausweichmöglichkeiten im Endanflug naturgemäß begrenzt seien. Ein Durchstarten oder das Ausweichen auf einen anderen Flughafen würden aber genutzt, wenn die Lage es zwingend erfordert. Wie hoch der finanzielle Schaden an dem Airbus A320neo genau ist, steht noch nicht fest. Im eingedrückten Bug befindet sich unter anderem das Wetterradar, welches dem Piloten Regengebiete, Sturm und Windwechsel meldet, sowie Teile des automatischen Lande-Systems.