Verdacht
Boris Becker: Ist gepfändete Uhr eine Fälschung?
Es waren heftige Szenen, die sich am Sonntag, dem 21. Juli, hinter den Kulissen einer Veranstaltung in Bad Honnef abspielten. Kurz bevor Boris Becker als Stargast die Gewinner einer großen Tombola ziehen sollte, tauchten plötzlich drei Polizeibeamte und ein Gerichtsvollzieher auf. Der Grund für den unangekündigten Besuch: Seine Ex-Frau Lilly Becker hat einen vollstreckbaren britischen Unterhaltstitel gegen den 58-Jährigen erwirkt.
KI-Prüfung schlägt bei Becker-Uhr fehl
Oliver Schoenijahn, der zuständige Amtsgerichtsdirektor von Königswinter, bestätigte gegenüber BUNTE, dass Becker seine Taschen vor Ort komplett auf links drehen musste. Da die Tennislegende jedoch keinerlei Bargeld bei sich trug, pfändeten die Beamten kurzerhand den Zeitmesser von seinem Handgelenk.
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Doch nun droht der Pfändungs-Erfolg für Ex-Frau Lilly im Fiasko zu enden. Es besteht der begründete Verdacht, dass es sich bei dem vermeintlichen Luxusobjekt um ein wertloses Plagiat handelt.
Wertlos?
Der Amtsgerichtsdirektor erklärte das Problem gegenüber BUNTE.de: "Der Gerichtsvollzieher hat Anhaltspunkte dafür, dass es sich möglicherweise nicht um eine echte Uhr handelt. Er hat sie durch eine KI-Prüfung laufen lassen – und die war nicht eindeutig. Es gab sowohl Hinweise darauf, dass es sich um eine echte Uhr handelt, als auch darauf, dass es sich um ein Replikat handelt."
Lilly Becker muss für Gutachten zahlen
Um endgültige Klarheit über die Echtheit und den tatsächlichen Wert des Zeitmessers zu bekommen, muss ein professioneller Sachverständiger eingeschaltet werden. Die Krux an der Sache: Das Gericht leitet dieses Verfahren nicht automatisch ein. Ausgerechnet die Gläubigerin Lilly Becker muss nun erst einmal tief in die eigene Tasche greifen und einen finanziellen Kostenvorschuss für das Gutachten hinterlegen.
Sollte das Geld fließen, würde die detaillierte Begutachtung laut dem Amtsgerichtsdirektor etwa drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen. Lillys Anwalt, Michael Scheele, will das Risiko eines finanziellen Verlusts für seine Mandantin jedoch minimieren. Er habe den Gerichtsvollzieher bereits um detaillierte Abbildungen der Uhr sowie der eingravierten Seriennummern auf der Rückseite gebeten, um vorab eigene Nachforschungen anzustellen.
Was ist da los?
Überrascht zeigt sich der Jurist von dem Fake-Verdacht allemal: "Wenn es eine Fake-Uhr ist, würde es mich wundern, dass jemand wie Boris Becker damit rumläuft. Aber vielleicht hat sie ihm jemand als echte Uhr verkauft und er hat nicht gemerkt, dass es eine Fake-Uhr ist." Der Ball liegt nun im Feld der Familie Becker – das nächste Kapitel im unendlichen Rosenkrieg ist damit offiziell eröffnet.