Sitznachbar mit Fell

Boxerhund statt Handgepäck: Airline bringt große Hunde ins Flugzeug

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Schluss mit der engen Transportbox im Frachtraum? Eine italienische Airline erlaubt jetzt erstmals auch größere Hunde in der Flugzeugkabine. Auch für Österreichs Reisende stellt sich die Frage: Könnten künftig Schäferhund und Labrador neben dem Sitzplatz liegen?
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Viele Hundebesitzer kennen das Problem: Während Herrchen oder Frauchen entspannt in der Kabine sitzen, müssen größere Vierbeiner bislang meist getrennt im Frachtraum reisen. Für viele Tiere bedeutet das Stress – laut, dunkel und ungewohnt.

Jetzt sorgt die italienische Fluggesellschaft ITA Airways für eine Änderung. Die Lufthansa-Tochter erlaubt auf bestimmten Flügen erstmals auch größere Hunde in der Kabine – bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm.

Damit könnten künftig auch Rassen wie Labrador, Schäferhund, Dalmatiner oder Bullterrier neben ihren Besitzern mitfliegen.

Muss man jetzt neben einem riesigen Hund sitzen?

Die Sorge mancher Passagiere: Sitzt plötzlich ein großer Hund direkt am Nachbarsitz?

Ganz so läuft es nicht. Der Vierbeiner bekommt keinen eigenen Sitzplatz. Stattdessen liegt der Hund auf einer speziellen Matte am Boden vor einem Fensterplatz. Der Besitzer sitzt direkt daneben.

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Die größten Hunde bis 30 Kilogramm werden laut den neuen Regeln in der ersten Reihe auf der linken Seite der Kabine untergebracht – also im Bereich der Business-Class. Hunde bis 15 Kilogramm kommen in die letzte Reihe auf der linken Seite.

Im ungünstigsten Fall könnte also tatsächlich ein größerer Hund direkt vor oder hinter einem Passagier liegen.

Leine, Maulkorb und Sicherheitsgeschirr sind Pflicht

Damit der Flug für alle Passagiere sicher bleibt, gelten strenge Regeln. Die Hunde müssen während des gesamten Fluges:

  • angeleint sein
  • einen Maulkorb tragen
  • in einem speziellen, geprüften Sicherheitsgeschirr gesichert sein

Das Gewicht dieser Ausstattung zählt übrigens ebenfalls zum erlaubten Gesamtgewicht von 30 Kilogramm dazu.

Zusätzlich muss der Hund:

  • mindestens sechs Monate alt sein
  • einen Mikrochip besitzen
  • alle notwendigen Impfungen und Gesundheitsnachweise vorweisen

Wer Angst vor Hunden hat oder eine Tierallergie besitzt, soll laut Airline die Möglichkeit bekommen, den Sitzplatz zu wechseln. Was passiert, wenn ein Flug komplett ausgebucht ist, ließ ITA allerdings offen.

Anmeldung vier Tage vor Abflug – und es gibt nur wenige Plätze

Wer seinen Hund mitnehmen möchte, kann nicht einfach am Flughafen auftauchen. Der Vierbeiner muss spätestens vier Tage vor dem Abflug über den Kundenservice angemeldet werden. Die Kosten sind nicht gering: Neben dem normalen Flugticket fallen zusätzlich 95 Euro Transportgebühr an.

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Pro Flug dürfen außerdem höchstens zwei große Hunde mitreisen. Sind die Plätze vergeben, gilt: Wer zuerst bucht, bekommt den Platz. Blindenführhunde haben Vorrang. Kleine Hunde bis zwölf Kilogramm dürfen weiterhin wie bisher in der Kabine mitfliegen.

Was bedeutet die Regel für Österreich?

Für Österreichs Flugreisende ändert sich vorerst noch nichts. Die neue Regel gilt aktuell nur auf Inlandsflügen in Italien. ITA Airways möchte das Angebot aber schrittweise auch auf internationale Strecken ausweiten. Nach Angaben der Airline verliefen erste Testflüge problemlos. Die Hunde seien ruhig geblieben und hätten keine Schwierigkeiten verursacht.

Auch andere Fluggesellschaften haben ähnliche Versuche gestartet. Die italienische Airline Aeroitalia testete ebenfalls größere Hunde in der Kabine – kehrte danach aber wieder zu den alten Regeln zurück. Dort müssen größere Tiere weiterhin im Frachtraum reisen.