ATX-Hits

Das Rennen der Austro-Finanz-Aktien

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Bei den Bank- und Versicherungsaktien gibt es heuer neue Spitzenreiter. Übernahmen mischen kräftig mit.
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Die großen österreichischen Banken und Versicherungen sind Bluechips der Wiener Börse: Sie gehören zu den marktbreitesten Aktien, sind Mitglieder im Leitindex ATX und haben in den letzten Jahren häufig für starke Kursgewinne gesorgt. Das gilt zwar grundsätzlich auch für 2026 – aber diesmal läuft es etwas anders als sonst.

Raiffeisen zieht an Sparkassen vorbei

Während früher Erste Group und VIG oft die Nase vorn hatten, liegen derzeit die Raiffeisen Bank International (RBI) und der Versicherungskonzern Uniqa in Führung. Die RBI-Aktie hat seit 1. Jänner 2026 um 28,25 Prozent zugelegt, bei Uniqa sind es immerhin 14,75 Prozent.

Gut unterwegs ist auch die Bawag mit knapp 18 Prozent. Zum Vergleich: Der Wiener Leitindex ATX hat seit Jahresbeginn um knapp 15 Prozent auf rund 6.140 Punkten zugelegt.

Diese Geschichte erschien im INSIDER-Magazin vom 10. Juni, der Magazinbeilage der Tageszeitung Österreich am Mittwoch. © INSIDER-Magazin

Grundsätzlich gilt zwar laut vielen Analysten, dass sowohl Erste- wie VIG-Aktie ein Kauf sind: So hat etwa die deutsche Baader Bank zuletzt eine Empfehlung für die Erste ausgesprochen, und die UBS für die VIG. Doch aktuell scheinen RBI und Uniqa mehr zu glänzen: Bei der RBI scheint das Russland-Geschäft kaum mehr Thema, während gleichzeitig das Kaufangebot der Raiffeisen-Banker für die Addiko-Bank für Spannung sorgt. Ohne Russland-Geschäft (das die RBI abgeben will) verdient die Bank ohnehin prächtig.

VIG im Plus

Dagegen scheint es bei der VIG Gewinnmitnahmen zu geben: Sie verdankte guten Gewinnprognosen (und wohl auch der Übernahme der deutschen Nürnberger) im Herbst 2025 einen Kurs-Höhenflug, den sie seither teilweise wieder abgegeben hat – aber nur teilweise, auf Sicht von 12 Monaten ist die Aktie immer noch um 35 Prozent im Plus.

Übernahme-Fantasien

Ein Ausreißer ist die Aktie des Bezahldienste-Anbieters Austriacard Holdings: Sie stieg seit Jahresanfang um knapp 72 Prozent auf zuletzt rund 9,90 Euro. Ein Großteil des Höhenflugs fand in den letzten Wochen statt. Austriacard ist kein ATX-Mitglied, sondern befindet sich im marktbreiteren ATX Prime-Index, der auch kleinere Titel mit weniger Marktkapitalisierung umfasst.

Das Unternehmen hat im ersten Quartal 2026 gut verdient, das Ergebnis (EBITDA) legte um 11 Prozent auf 11,5 Millionen Euro zu. Für Bewegung dürfte aber vor allem ein aktuelles Kaufangebot aus Japan sorgen: Dai Nippon Printing (DNP) hat Mitte Mai ein öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 10 Euro je Aktie angekündigt. Austriacard-Hauptaktionär Nikolaos Lykos – er hält über 74 Prozent der Aktien - soll sich bereits verpflichtet haben, das Angebot anzunehmen.

Gerald Stefan