Urzeit-Trick

Verblüffend: Warum Haie wirklich eine Nase haben

© Getty Images
An tierische Körperfunktionen denkt man oft erst auf den zweiten Blick: Haie atmen bekanntlich durch Kiemen – doch warum haben die Meeresräuber dann eigentlich Nasenlöcher?
Zur Vollversion des Artikels

Montag ist der perfekte Tag für einen Blick in die Geheimnisse der Natur, die auch für viele Badegäste aus Österreich im Sommerurlaub faszinierend sind. Der Hai ist ein Fisch, und Fische atmen bekanntlich durch ihre Kiemen. Wieso also hat er überhaupt Nasenlöcher? Die Antwort ist simpel: Sie riechen damit. Wasser strömt hinein, gleitet über feine Geruchsorgane im Inneren und fließt wieder hinaus. Im Grunde können alle Fische riechen, auch wenn der Sinn je nach Art unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Während sich Fische im trüben Wasser auf ihren Geruchssinn verlassen müssen, um Beute zu finden, haben Kollegen im klaren Wasser meist bessere Augen und lassen sich eher bei der Partnersuche von der Nase leiten.

Geniale Anatomie der Hai-Nase

An der Unterseite der Schnauze liegen zwei Nasenlöcher, die sogenannten Nares. Diese bestehen jeweils aus einer Einströmöffnung und einer Ausströmöffnung. Während der Hai schwimmt, strömt Wasser durch die Einströmöffnung in eine mit zahlreichen Falten ausgekleidete Riechkammer. Diese sogenannten Riechlamellen vergrößern die Oberfläche erheblich und sind mit Millionen spezialisierter Sinneszellen besetzt. Die Geruchsrezeptoren analysieren die im Wasser gelösten Moleküle und leiten die Informationen über den Riechnerv direkt an das Gehirn weiter. Anschließend verlässt das Wasser die Riechkammer wieder durch die Ausströmöffnung.

Der Mythos um den Fressrausch

Die Nase eines Haies ist quasi ein eingebautes Navi um seine Beute zu finden. © Getty Images/Image Source

Der Hai ist allerdings ein besonderes Exemplar, denn seine Nase funktioniert wie ein eingebautes Navi. Je nachdem, in welchem Nasenloch der Geruch intensiver wahrgenommen wird, wechselt der Jäger die Richtung. Fast wie Bruce in "Findet Nemo" - nur nicht ganz so gewaltig. Ein Weißer Hai führt in der Realität immer mehrere Checks durch, bevor es zu einem Angriff kommt. Nur der Geruch allein ist für ihn wenig attraktiv. Auch die Bewegung, Vibrationen und die Sicht müssen für den Raubfisch stimmen. Ein echter Jäger eben!

Keine Fische ohne Riechorgan

Selbst dieser Fisch, das "Neunauge" hat eine Nase in der Mitte des Kopfes. © Getty Images

Als Fun-Fact bleibt festzuhalten: Es gibt keinen einzigen bekannten Fisch, der keine Nase besitzt. Selbst das Neunauge und der Schleimaal haben zumindest eine Riechöffnung in der Mitte des Kopfes. Zusammengefasst kann man zweifelsfrei sagen, dass der Hai eine der besten Nasen im Meeresreich besitzt und bereits kleinste Stoffe aus dem Wasser filtert, die ihm zielsicher die Richtung weisen.