Öl-Route in Gefahr
Droht jetzt der nächste Tank-Preisschock?
Freitag spitzte sich die Lage an einer der wichtigsten Öl-Routen der Welt dramatisch zu. Die Houthi-Miliz hat nach Angaben der jemenitischen Regierung innerhalb einer Woche vier Inseln in der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die zwischen der arabischen Halbinsel und der afrikanischen Ostküste liegt, erobert und damit die Kontrolle über die Wasserstraße übernommen. Die Meerenge von Bab al-Mandab, zwischen dem Rotem Meer und dem Golf von Aden, ist eine zentrale Route für den internationalen Seehandel.
Alarm bei Reedern
Die deutsche Bundesregierung reagiert alarmiert auf die Eskalation. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bezeichnete die Entwicklung im Jemen als "besorgniserregend" und warf den Houthis laut "Bild" vor, gemeinsam mit dem Iran die internationale Schifffahrt "in Geiselhaft zu nehmen".
Während die Miliz selbst erklärt, es gebe keinen Anlass zur Sorge, schrillen bei Reedern die Alarmglocken. Der Verband Deutscher Reeder warnt vor einer wachsenden Bedrohung und steigenden Risiken für die Schifffahrt.
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Drohnen stoppen Saudi-Pipeline
Die Auswirkungen reichen bereits weit über die Region hinaus. Freitagabend meldete das saudische Energieministerium, dass die Ost-West-Pipeline nach Anschlägen vorsorglich geschlossen wurde.
Gleichzeitig erreichten die Dieselpreise in den USA Rekordpreise, was Experten zufolge auch für Verbraucher weitreichende Folgen haben wird. Sollte der Ölpreis dauerhaft steigen, drohen hohe Inflation und gedrosselte Produktion.
Drohende wirtschaftliche Folgen
Der Chefvolkswirt der "ING", Carsten Brzeski, sieht laut "Bild" erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft und warnt vor einem erneuten Rückschlag für den "zarten Aufschwung". Auch Nahost-Experte Andreas Reinicke betont gegenüber "Bild", dass die Houthis eigene Interessen verfolgen und mit modernen Waffen eine wachsende Bedrohung darstellen.