Öl-Route in Gefahr

Droht jetzt der nächste Tank-Preisschock?

Satellitenbild mit Rauchwolke und roten Punkten nahe Al Madinah, Saudi-Arabien, nach einem Angriff.
© X@MOSSADil
Die Houthi-Miliz hat im Jemen wichtige Inseln und Seewege erobert. Experten warnen vor massiven Folgen für den Welthandel und steigenden Energiepreisen.
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Freitag spitzte sich die Lage an einer der wichtigsten Öl-Routen der Welt dramatisch zu. Die Houthi-Miliz hat nach Angaben der jemenitischen Regierung innerhalb einer Woche vier Inseln in der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die zwischen der arabischen Halbinsel und der afrikanischen Ostküste liegt, erobert und damit die Kontrolle über die Wasserstraße übernommen. Die Meerenge von Bab al-Mandab, zwischen dem Rotem Meer und dem Golf von Aden, ist eine zentrale Route für den internationalen Seehandel.

Alarm bei Reedern

Die deutsche Bundesregierung reagiert alarmiert auf die Eskalation. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bezeichnete die Entwicklung im Jemen als "besorgniserregend" und warf den Houthis laut "Bild" vor, gemeinsam mit dem Iran die internationale Schifffahrt "in Geiselhaft zu nehmen".

Öl-Routen sind in Gefahr
Nach der Straße von Hormuz, die vom Iran blockiert wird, ist nun ein zweites Tanker-Nadelöhr bedroht. Die Meerenge von Bab al-Mandab, zwischen dem Rotem Meer und dem Golf von Aden, ist eine zentrale Route für den internationalen Seehandel.

Während die Miliz selbst erklärt, es gebe keinen Anlass zur Sorge, schrillen bei Reedern die Alarmglocken. Der Verband Deutscher Reeder warnt vor einer wachsenden Bedrohung und steigenden Risiken für die Schifffahrt.

Drohnen stoppen Saudi-Pipeline

Die Auswirkungen reichen bereits weit über die Region hinaus. Freitagabend meldete das saudische Energieministerium, dass die Ost-West-Pipeline nach Anschlägen vorsorglich geschlossen wurde.

Gleichzeitig erreichten die Dieselpreise in den USA Rekordpreise, was Experten zufolge auch für Verbraucher weitreichende Folgen haben wird. Sollte der Ölpreis dauerhaft steigen, drohen hohe Inflation und gedrosselte Produktion.

Schattenriss bewaffneter Houthi-Kämpfer bei einer Versammlung im Freien in Sanaa, Jemen.
Houthi-Kämpfer versammelten sich am 10. September in Sana'a (Jemen) während einer Kampagne zur Mobilisierung weiterer Kämpfer inmitten einer Eskalation der Kämpfe. Die Militäroperationen zwischen den Houthis und den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen haben sich im gesamten Jemen intensiviert, wodurch sich die Zusammenstöße auf mehrere Städte ausgeweitet haben. © EPA

Drohende wirtschaftliche Folgen

Der Chefvolkswirt der "ING", Carsten Brzeski, sieht laut "Bild" erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft und warnt vor einem erneuten Rückschlag für den "zarten Aufschwung". Auch Nahost-Experte Andreas Reinicke betont gegenüber "Bild", dass die Houthis eigene Interessen verfolgen und mit modernen Waffen eine wachsende Bedrohung darstellen.

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