Nationaltrainer

Das große Klopp-Geständnis

Ein Mann mit Bart und kurzem Haar lächelt in die Kamera, unscharfer Hintergrund.
© IMAGO/HMB-Media
Bundestrainer Jürgen Klopp gibt ehrliche Einblicke in sein Denken und verrät, wann er laut wird und warum der Fußball im DFB-Team Zeit braucht.
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In einem Gespräch mit der "Sports Illustrated" zieht der 59-jährige Coach klare Grenzen bei der Einstellung seines Kaders. Ein Schlendrian hat bei ihm keinen Platz. "Mit einer Mannschaft kann ich auch mal lauter werden. Nicht besonders häufig, aber wenn ich das Gefühl habe, dass jemand die Dinge nebenher so laufen lässt, dann schraube ich schon mal die Drehzahl hoch", stellt er klar. Auch seine bekannte Emotionalität an der Seitenlinie kann er schwer unterdrücken, da ihn Ungerechtigkeiten besonders treffen. Sein Gesichtsausdruck sei in solchen Momenten keineswegs vergnügungssteuerpflichtig. Der Trainer fasst es so zusammen: "Darauf habe ich offenbar wenig Einfluss."

Ein Mann mit Bart und kurzen Haaren lächelt vor grauem Hintergrund in die Kamera.
© IMAGO/Sportfoto Rudel

Gefühle von Coach Jürgen Klopp

Neben seinem Auftreten am Spielfeldrand spricht Jürgen Klopp auch über die gesellschaftliche Bedeutung des Sports. Obwohl Erfolge in Städten wie Mainz, Dortmund oder Liverpool die Stimmung spürbar hoben, sieht er die Grenzen des Fußballs. "Fußball kann die gesellschaftliche Atmosphäre beeinflussen. Dieser Verantwortung sollte man sich bewusst sein. Das ist die Rolle, und darüber hinaus gibt es keine gesellschaftlich relevante Funktion. Es ist ja nicht so, dass durch einen Titel das Bruttoinlandsprodukt steigt oder man mehr Autos verkauft", klärt der Ex-Liverpool-Trainer auf.

Erinnerung an Klopp im Finale

Vor seinem großen Champions-League-Sieg 2019 mit Liverpool gegen Tottenham (2:0) hatte er großen Respekt vor der Situation, nachdem er zuvor zwei Endspiele verloren hatte. Am Nachmittag vor dem Spiel schlief er überraschend zwei Stunden tief. Zudem betont er, sich erst bei eintreffenden Problemen mit negativen Szenarien auseinanderzusetzen. Dennoch bereitet er sich gründlich vor: "Aber ich bin kein Idiot, der sagt: 'Wird schon.' Wenn man Dinge beeinflussen kann, dann muss man sie so beeinflussen, dass man davon ausgehen kann, dass sie funktionieren."

Geduld für den DFB-Kader

Mit Blick auf die Erwartungen mahnt der Trainer zur Geduld bei Veränderungen im Sport. "Man gibt heute niemandem mehr Zeit – außer sich selbst. Für die eigene Entwicklung nimmt jeder Zeit in Anspruch. Aber von anderen erwartet man, dass sich alles sofort verändert. Der deutsche Fußball ist dafür ein gutes Beispiel", erklärt er abschließend.

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