Massives Problem
Dürre-Alarm: Wo Österreich austrocknet
Wie Geosphere Austria am Dienstag bekannt gab, fiel von 1. Jänner bis 30. Juni um 27 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Das alleine wäre nicht so außergewöhnlich, meinte Geosphere Austria. Allerdings war es in einzelnen Landesteilen seit 1885 nicht mehr so trocken. Regionen in Nieder-, Oberösterreich und Salzburg waren besonders betroffen.
"Niederschlagsarme Verhältnisse in den ersten sechs Monaten eines Jahres treten in Österreich immer wieder auf. So war es im Jahr 2003 und 1993 mit Defiziten von 30 bzw. 29 Prozent sogar noch etwas niederschlagsärmer als im heurigen ersten Halbjahr", analysierte Geosphere-Klimatologe Alexander Orlik. Vom Walgau und dem Montafon in Vorarlberg über den Salzburger Flachgau, das Innviertel bis zum Wald- und Weinviertel, dem Wiener Becken und Teilen des Burgenlandes - die Niederschlagsdefizite liegen zwischen 30 und 40 Prozent, im Osten Österreichs sogar bis zu 50 Prozent.
"Derart niederschlagsarm war es im Flächenmittel in diesen Teilen des Bundesgebietes seit dem Jahr 1885 nicht mehr, wo ebenfalls um rund 35 Prozent weniger Niederschlag fiel", sagte Orlik. In Wien, im Weinviertel und in Teilen des Burgenlandes liegt der Index der klimatischen Wasserbilanz (ein Maß für die Differenz aus Niederschlag und Verdunstung, Anm.) der vergangenen 30 Tage bei unter minus 2,5 in Wien, im Wiener Becken und Marchfeld sogar unter minus drei. Ähnlich ist die Situation auch in den beiden genannten Regionen in Vorarlberg.
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Einige Regionen besonders betroffen
Vier Orte sind von der Trockenheit besonders betroffen: In Hohenau an der March in Niederösterreich fielen vom 1. Jänner bis 13. Juli insgesamt 143 Millimeter Niederschlag. Das langjährige Mittel (1991 bis 2020) beträgt 269 Millimeter. Das bisherige Minimum im selben Zeitraum stammt aus dem Jahr 2012 mit 161 Millimeter. Die Tagesdaten des Niederschlags sind in Hohenau seit 1948 verfügbar.
In Kremsmünster in Oberösterreich fielen vom 1. Jänner bis 13. Juli insgesamt 332 Millimeter Niederschlag (langjähriges Mittel 1991 bis 2020 betrug 533 Millimeter). Ebenso wenig Regen im selben Zeitraum wurde zuletzt 1976 registriert. Tagesdaten sind seit 1874 verfügbar.
In Ried im Innkreis in Oberösterreich fielen vom 1. Jänner bis 13. Juli insgesamt 298 Millimeter Niederschlag. Das langjährige Mittel (1991 bis 2020) lag bei 532 Millimeter. Das bisherige Minimum im selben Zeitraum war 327 Millimeter (2025). Die Tagesdaten sind seit 1936 verfügbar.
In Salzburg-Flughafen fielen vom 1. Jänner bis 13. Juli insgesamt 321 Millimeter Niederschlag. Langjähriges Mittel (1991 bis 2020) lag bei 625 Millimeter. Bisheriges Minimum im selben Zeitraum waren 440 Millimeter (2025). Die Tagesdaten sind seit 1939 verfügbar.
Wenig Aussicht auf Besserung
"Um den seit Jahresbeginn in Österreich fehlenden Niederschlag auszugleichen, müsste es in den kommenden Wochen im Flächenmittel rund 160 Liter pro Quadratmeter zusätzlich regnen. Es fehlt also der Niederschlag von einem gesamten und einem weiteren Drittel eines Sommermonats", so Orlik
Laut Prognoseabteilung der Geosphere Austria werden in den kommenden Tagen vor allem im Westen, aber auch in Kärnten und der Steiermark immer wieder Gewitter erwartet, allerdings keine ausgiebigen, flächendeckenden Niederschläge. Im Osten Österreichs dürfte es größtenteils trocken bleiben.