Kottingbrunn
Facebook-Killer bringt Komplizen ins Spiel
NÖ. Laut einem Medienbericht vom Sonntag wurde ein 32-jähriger deutscher Staatsbürger - eigentlich ein Italiener aus der Region vom Gardasee mit kroatischen Wurzeln - wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord international zur Verhaftung ausgeschrieben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wollte die Gerüchte weder bestätigen noch dementieren, um die Suche nach E. V. nicht zu torpedieren.
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Raubüberfall und Tunnelblick
Derzeit sitzt der 27-jährige Steirer Christian F. wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er soll der 28-jährigen Frau, die er auf Facebook kennengelernt hatte, mit einer Kleinkaliberpistole dreimal in den Kopf geschossen haben. Über das Motiv und die genauen Umstände gab der Tatverdächtige seit seiner ersten Einvernahme bereits mehrere Versionen zu Protokoll: Zunächst sprach er davon, dass sie ihn als Lover schlecht bewertet und ausgelacht habe, dann erzählte er davon, dass sie ihn zu schnell heiraten und Kinder haben wollte, was ihn in Stress und Panik versetzte, dann war es die Mafia und jetzt soll plötzlich der Geschäftspartner seiner Pleite-Baufirma (mit dem er zuletzt zusammengewohnt und die Nächte durchgezockt haben soll) mit zu zum Date zu seinem Facebook-Aufriss gefahren sein, wobei E. V. geplant habe, die Tochter einer kroatischen Familie, die in Wien als Sekretärin in einer Schule arbeitete, zu berauben, weil sie angeblich wertvolle Gegenstände besessen hätte.
Als die beiden zu streiten und zu rangeln angefangen hätten, habe F. im Tunnelblick die Frau erschossen. Alles in allem eine höchst windige Verantwortung und ein weiterer Dolchstoß für die Hinterbliebenen des Mordopfers. Man kann davon ausgehen, dass die Ermittler den "Komplizen" eher als Zeugen und nicht als Beschuldigten suchen.
Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.