Kottingbrunn

Facebook-Killer bringt Komplizen ins Spiel

Ein Mann lehnt an einem roten Audi, sein Gesicht ist verpixelt und unkenntlich gemacht.
© facebook
Im Fall des gewaltsamen Todes einer 28-jährigen Frau in Kottingbrunn soll es einen plötzlich zweiten Tatverdächtigen geben.
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NÖ. Laut einem Medienbericht vom Sonntag wurde ein 32-jähriger deutscher Staatsbürger - eigentlich ein Italiener aus der Region vom Gardasee mit kroatischen Wurzeln - wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord international zur Verhaftung ausgeschrieben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wollte die Gerüchte weder bestätigen noch dementieren, um die Suche nach E. V. nicht zu torpedieren.

Polizisten nehmen einen Mann fest, daneben ein Porträtfoto einer jungen Frau mit verpixeltem Gesicht.
Das Mordopfer von Kottingbrunn Katharina (28). © Monatsrevue, privat
Zwei Männer mit verpixelten Gesichtern, einer im Fitnessstudio, einer vor einem Pickup-Truck.
Der Hauptverdächtige Christian F. (links KI-generiert) befindet sich in U-Haft. © TikTok

Raubüberfall und Tunnelblick

Derzeit sitzt der 27-jährige Steirer Christian  F.  wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er soll der 28-jährigen Frau, die er auf Facebook kennengelernt hatte, mit einer Kleinkaliberpistole dreimal in den Kopf geschossen haben. Über das Motiv und die genauen Umstände gab der Tatverdächtige seit seiner ersten Einvernahme bereits mehrere Versionen zu Protokoll: Zunächst sprach er davon, dass sie ihn als Lover schlecht bewertet und ausgelacht habe, dann erzählte er davon, dass sie ihn  zu schnell heiraten und Kinder haben wollte, was ihn in Stress und Panik versetzte, dann war es die Mafia und jetzt soll plötzlich der Geschäftspartner seiner Pleite-Baufirma (mit dem er zuletzt zusammengewohnt und die Nächte durchgezockt haben soll) mit zu zum Date zu seinem Facebook-Aufriss gefahren sein, wobei E. V. geplant habe, die Tochter einer kroatischen Familie, die in Wien als Sekretärin in  einer Schule arbeitete, zu berauben, weil sie angeblich wertvolle Gegenstände besessen hätte.

Als die beiden zu streiten und zu rangeln angefangen hätten, habe F. im Tunnelblick die Frau erschossen. Alles in allem eine höchst windige Verantwortung und ein weiterer Dolchstoß für die Hinterbliebenen des Mordopfers. Man kann davon ausgehen, dass die Ermittler den "Komplizen" eher als Zeugen und nicht als Beschuldigten suchen.

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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