Drama in Spanien
Feuer-Hölle: Urlauber verbrennen in ihren Autos
Bei einem verheerenden Waldbrand in der südspanischen Provinz Almería sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Zudem galten noch 19 Menschen als vermisst, wie der Regionalpräsident von Andalusien, Juan Manuel Moreno, am Freitag im Radiosender Cadena Ser mitteilte. Den Behörden zufolge handelt es sich bei den Opfern überwiegend um ausländische Staatsbürger, die Anweisungen, in ihren Häusern Schutz zu suchen, missachtet hatten. Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.
Das Feuer hatte sich in einem Waldgebiet um die Gemeinde Los Gallardos und den nahe gelegenen Weiler Bédar extrem schnell ausgebreitet. Der Leiter des andalusischen Rettungsdienstes, Antonio Sanz, erklärte, die Behörden hätten die Bewohner aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Die Todesfälle seien offenbar eingetreten, als Menschen dennoch versuchten, in ihren Autos zu fliehen. In einem rechtsgelenkten Fahrzeug seien vier mutmaßlich britische Staatsbürger gestorben. Sieben weitere Tote wurden aufgefunden, nachdem sie offenbar ihre Autos stehengelassen hatten und zu Fuß abseits der ausgewiesenen Evakuierungsrouten zu fliehen versuchten.
"Die Folgen sind schrecklich", sagte Sanz. "Alles deutet darauf hin, dass es sich bei den Toten mehrheitlich - oder sogar ausnahmslos - um ausländische Staatsbürger handelt." Sanz rief die Bevölkerung auf, den offiziellen Anweisungen Folge zu leisten. Vier weitere Menschen wurden mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus behandelt.
Brand durch gerissenes Stromkabel ausgelöst
Der Brand wurde vermutlich durch ein gerissenes Stromkabel ausgelöst, das auf trockenes Buschland gefallen war, wie der Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Antas, Pedro Ridao, dem staatlichen Fernsehsender TVE sagte. "Vor allem der Wind am Nachmittag hat die Ausbreitung begünstigt", sagte Ridao. "Im weiteren Verlauf konnten wir sehen, wie das Feuer rasant voranschritt und Bauernhöfe, Ferienhäuser und Autos verschlang, so dass wir einschreiten mussten."
Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig, da das von zahlreichen Schluchten durchzogene Gebiet den Zugang für die Einsatzkräfte behinderte. Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte auf der Plattform X "enorme Trauer und Bestürzung" über die Katastrophe und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.
Auch Portugal war 2017 von verheerenden Bränden betroffen
Die Tragödie weckt Erinnerungen an die verheerenden Waldbrände im benachbarten Portugal im Juni 2017. Damals waren während einer Hitzewelle mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen, die Hälfte von ihnen kam auf der Flucht in brennenden Autos ums Leben.
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Für Spanien ist es der folgenschwerste Waldbrand seit 2005, als elf Feuerwehrleute bei einem durch einen Grill ausgelösten Brand in der zentralspanischen Provinz Guadalajara starben. Dieses Unglück führte zu umfassenden Reformen im spanischen Brandschutz. Experten zufolge begünstigen die extremen Hitzewellen in Westeuropa im Mai und Juni die Entstehung von Waldbränden, da sie weite Landstriche austrocknen. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwärmt sich Europa mehr als doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, was lang anhaltende Hitzeperioden immer wahrscheinlicher macht.