Tel Aviv – Der mutmaßliche Terroranschlag auf einen Flydubai-Flug nach Tel Aviv war offenbar schon lange vorbereitet. Copilot Hamam al-Hammami soll bereits Monate vor dem Angriff einen ähnlichen Plan verfolgt haben. Am 30. September attackierte der 29-jährige Omaner schließlich den Piloten im Cockpit mit einer Rettungsaxt und versuchte, die Kontrolle über die Maschine zu übernehmen.
Anschlag im Juli noch abgebrochen
Wie israelische Medien berichten, soll al-Hammami bereits im Juli einen Anschlag geplant haben. In letzter Minute habe er seine Pläne jedoch aufgegeben – offenbar, weil ein Freund von ihm zu diesem Zeitpunkt zur Besatzung gehörte.
Auch seine späteren Flüge nach Tel Aviv stehen nun im Fokus der Ermittler. Al-Hammami soll bereits mehrfach über den Flughafen Ben Gurion eingereist sein. Dabei könnte er Informationen für seine späteren Anschlagspläne gesammelt haben.
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Er suchte offenbar gezielt eine Airline nach Tel Aviv
Besonders brisant: Al-Hammami soll seine Bewerbung bei Flydubai gezielt mit der Möglichkeit verbunden haben, nach Tel Aviv zu fliegen. Laut israelischen Medien soll er bei einer Vernehmung ausgesagt haben, er habe recherchiert, welche Fluggesellschaft Tel Aviv anfliegt.
Zuvor hatte er bei Oman Air gearbeitet. Dort wurde er laut Berichten wegen Bedenken hinsichtlich seiner extremistischen Ansichten vom Fliegen ausgeschlossen. Später bewarb er sich demnach auch bei Emirates, bevor er schließlich bei Flydubai unterkam.
Pilot kämpfte trotz schwerer Verletzungen weiter
Beim Angriff an Bord von Flug FZ1073 schlug al-Hammami den indischen Kapitän Smit Machchhar mit einer Rettungsaxt. Das Flugzeug geriet daraufhin in einen steilen Sinkflug.
Machchhar wurde schwer verletzt, schaffte es aber trotz seiner Verletzungen, die Cockpittür zu öffnen. Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten anschließend in das Cockpit gelangen und den Angreifer überwältigen. Ersatzpiloten übernahmen die Kontrolle, die Maschine landete schließlich sicher in Tabuk in Saudi-Arabien. An Bord waren 174 Passagiere.
Netanyahu will ihn besonders ehren
Für seinen Einsatz soll Machchhar nun eine außergewöhnliche Ehrung erhalten. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte an, den indischen Piloten bei der nächsten israelischen Unabhängigkeitsfeier eine Fackel entzünden zu lassen.
Auch Indiens Premierminister Narendra Modi soll an der Zeremonie teilnehmen. Die Fackelzeremonie gilt als besondere staatliche Ehrung und ist normalerweise israelischen Staatsbürgern vorbehalten.
Ermittler suchen weiter nach dem Motiv
Warum al-Hammami den Flug nach Tel Aviv für seinen mutmaßlichen Anschlag auswählte und ob er alleine handelte, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Behörden in Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und weiteren Ländern untersuchen derzeit seine Vorgeschichte und mögliche Kontakte.
Al-Hammami befindet sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Gewahrsam. Dort laufen die Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Terrorakts weiter.