Das gab es noch nie

Unfassbarer Weltrekord wurde in Spanien aufgestellt

Grenzenloser Jubel nach dem gelungenen Rekord.
© IMAGO/Europa Press
Bei der 30. Jubiläumsauflage des traditionsreichen "Concurs de Castells" in der katalanischen Stadt Tarragona haben die Castellers de Vilafranca am Sonntag Geschichte geschrieben.
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Die Tarraco Arena in Tarragona platzte am gesamten Wochenende aus allen Nähten. Sämtliche Tickets für das alle zwei Jahre stattfindende Großereignis waren restlos vergriffen. Insgesamt 42 sogenannte "Colles" (Menschenturm-Vereinigungen) traten gegeneinander an, um die höchsten, gewagtesten und komplexesten menschlichen Konstruktionen zu errichten. Es handelt sich um das einzige Castells-Treffen überhaupt, das in einem rein kompetitiven Wettbewerbsmodus ausgetragen wird.

Die Ursprünge des Wettbewerbs reichen bis in das Jahr 1932 zurück, seit den 1980er-Jahren wird er regelmäßig veranstaltet. Seit Mitte der 1990er-Jahre gilt die Gruppe Castellers de Vilafranca als dominierende Kraft dieses Sports. Mit dem aktuellen Triumph bauten die Favoriten ihre Rekordserie weiter aus: Es ist bereits ihr 13. Sieg bei den vergangenen 15 Austragungen und der 14. Gesamterfolg in der Geschichte des Wettbewerbs.

Hochspannung beim Rekord-Versuch.
Hochspannung beim Rekord-Versuch. © IMAGO/Europa Press

Den Ausschlag für den heurigen Erfolg gab eine weltweite Premiere: Erstmals gelang der erfolgreiche Aufbau und Abbau eines "9 de 9 amb folre" – eines Kolosses mit neun Personen pro Etage über volle neun Stockwerke. Die Castellers de Vilafranca schlossen den Wettkampf mit einer herausragenden Wertung von 14.635 Punkten ab. Nach der offiziellen Verkündung des Resultats herrschte grenzenloser Jubel bei den Siegern. Leiter Àngel Grau fand deutliche Worte: "Wir sind die beste 'Colla' der Welt, zweifelt niemals daran."

Entscheidung spät in der Nacht

Das Finale entwickelte sich zu einem extrem engen Schlagabtausch mit den zweitplatzierten Rivalen von Colla Vella dels Xiquets de Valls, auch bekannt als die "Rosats". Ein heftiges Unwetter über Teilen Kataloniens hatte den Zeitplan durcheinandergewirbelt, weshalb sich die Entscheidung bis nach 22 Uhr in die Nacht hineinzog. Vilafranca ging in den ersten beiden Runden mit jeweils zehnstöckigen Türmen früh in Führung, ehe die Rosats im dritten Durchgang mit der schwierigsten jemals in Tarragona gezeigten Konstruktion konterten. Obwohl dieser Turm beim Abbau einknickte, übernahmen die Rosats zwischenzeitlich die Führung nach Punkten.

Vilafranca riskierte daraufhin eine ein Personen breite, neunstöckige Säule und verpasste die Vollendung um Haaresbreite: Der Spitzenkletterer berührte bereits mit einem Fuß die Schulter des Partners und hob das Knie, als die unteren Ränge nachgaben. "Trotz eines sehr starken Starts in den ersten beiden Runden und großem Vertrauen in die Säule waren wir unglaublich nah dran, es ist eine sehr schwierige Struktur", analysierte Grau diesen heiklen Moment.

Krimi bis zum Schluss

In Runde vier scheiterten die Rosats bei einem Zehn-Etagen-Versuch und blieben ohne Zähler, behaupteten aber vorerst einen knappen Vorsprung. Genau in diesem Moment packte Vilafranca die historische Neuner-Struktur aus und eroberte die Spitzenposition zurück. Vor der fünften und letzten Runde wog der Teamleiter der Rosats, Manel Urbano, die Chancen ab und entschied sich schließlich gegen das enorme Verletzungsrisiko eines weiteren Sturzes, womit der Sieg endgültig an Vilafranca ging.

Àngel Grau zollte den Konkurrenten nach dem Triumph Respekt: "Wir gehen glücklich und zufrieden nach Hause. Es vollenden zu können ist spektakulär. Die Pilar de 9 amb folre ist ein sehr schwieriger Turm, genau wie jener, den die Rosats versucht haben; solche Türme werden nur sehr wenige Male im Leben versucht, und heute sollte es einfach nicht sein. Hut ab vor ihnen."

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