Konzert-Hammer
Foo Fighters ließen Wien und Helene Fischer zittern
Ein nahezu ausverkauftes Happel Stadion, etwas, von dem Helene Fischer, die dort am 11. Juli ihr 360-Grad-Schlager-Zirkus-Spektakel zündet, nur träumen kann. Doch die Foo Fighters haben es geschafft: über 55.000 Fans feierten am Freitag die Werkschau "Take Cover", bei der Fat Dog und die Idles bei gemütlichen 26 Grad den Anheizer für ein Rock-Feuerwerk der Extraklasse lieferten.
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Fast drei Stunden tobten Dave Grohl und Co. durch das Kicker-Oval. Mit ein Grund, warum das bereits siebente Österreich-Konzert im auch schon siebenten Austro-Venue bereits um 20.00 Uhr gestartet wurde. Mit dem Kracher "All My Life" und blutroten Nebelschwaden. Übrigens abgesehen vom Schlussfeuerwerk der einzige Showgag der von drei riesigen Video-Screens begleiteten Macht-Demonstration.
"Liebt ihr Rock 'n' Roll? Liebt ihr wirklich Rock 'n' Roll? Na ratet mal: Wir haben etwas Rock 'n' Roll für euch, Motherfuckers", wurde Grohl schon zu "The Pretender" deutlich und hielt in Wien 28 Songs lang Wort. "My Hero", "Learn to Fly", "This Is A Call" oder "No Son Of Mine", dem man auch den Motörhead-Klassiker "Ace Of Spades" beimischte. Brachiale und gefeierte Hymnen, die wie ungestüme Rock-Gewitter durch das Happel bretterten: "Wir spielen so lang wir können und wir spielen so laut wir können!"
Mit "Wheels", wo die Foos in voller sechsköpfiger Bandstärke auf einer Zweitbühne inmitten der Fans Aufstellung nahmen, wurde das Tempo gedrosselt. Auch für das Late!-Cover "Marigold", die Alanis-Morissette-Reminiszenz "Big Me", Lobhudeleien über Wien („Die schönste Stadt der Welt!“) und die emotionale, von Handylichter-Meer begleitete Solo-Einlage "Under You". Das nützen doch viele Besucher zum Bier holen. 10,80 Euro inklusive Souvenir-Becher.
Mit "La Dee Da" ging’s zurück auf die Hauptbühne: zum brachialen Rock-Sound und einem witzigen Bandvorstellungs-Medley rund um "Tap Dancing In a Minefield", bei dem Grohl auch mit Neo-Drummer Ian Rubin Platz tauschte. Der Countdown für die große, von beeindruckenden Lichtspielen begleitete Schlussoffensive mit einer XXL-Version von "Monkey Wrench", "Aurora", das man dem 2022 verstorbenen Drummer Taylor Hawkins widmete, oder "Best of You".
Als Zugabe setzte man noch "Exhausted", die Hymne "Everlong" und unzählige Feuerwerk-Salven drauf. Der Rock-Hammer des Jahres, der die Latte für die Toten Hosen, die ja am 12. September im Happel gastieren, extrem hoch legt.