Hinweis auf Leben?

Forscher machen erstaunliche Entdeckung am Mars

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Wissenschaftler haben im Inneren des Mars überraschend große Temperaturunterschiede festgestellt. Die Südhalbkugel ist unter der Oberfläche erheblich wärmer als der Norden des Planeten.
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Bisher galt in der Forschung die Annahme, dass sich die Temperaturen im Inneren von Planeten gleichmäßig auf die festen Schichten verteilen. Eine aktuelle Untersuchung widerlegt diese Auffassung nun. Unter der Südhalbkugel des Roten Planeten ist es um mehrere Hundert Grad heißer als unter der Nordhalbkugel. Diese Erkenntnisse könnten wertvolle Hinweise darauf liefern, ob auf dem Mars einst lebensfreundlichere Bedingungen herrschten und wie sich diese im Laufe der Zeit entwickelten.

Thermische Asymmetrie durch Gravitationsmessungen entdeckt

Das California Institute of Technology berichtet, dass ein Forscherteam um Alexander Berne durch Gravitationsmessungen eine thermische Asymmetrie unter der Marsoberfläche ausgemacht hat. Die Temperatur unter der Südhalbkugel liegt schätzungsweise 200 bis 400 Grad Celsius höher als unter der Nordhalbkugel. Veröffentlicht wurden diese Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature.

Um die innere Struktur des Mars besser zu verstehen, entwickelte das Team ein Modell auf Basis von Gravitationsdaten. Durch Daten verschiedener Marsmissionen analysierten die Forscher Variationen in den Geschwindigkeiten von Raumsonden und rekonstruierten ein Gravitationsfeld um den Planet. Die Gravitationskräfte der Sonne erlaubten es schließlich, ein Modell des Inneren zu erstellen. Dort könnten einst geologische Aktivitäten mit großen Magmavorkommen stattgefunden haben.

Geologische Unterschiede zwischen den Halbkugeln

"Das Verständnis der inneren Struktur von Planetenkörpern hilft uns, die Prozesse zu entschlüsseln, die ihre Entstehung und Entwicklung geprägt haben", erklärt Hauptautor Berne. Im Nature-Artikel wird der Mars als geologisch asymmetrisch beschrieben: Während die Südhalbkugel von Bergen und tiefen Kratern geprägt ist, weist die Nordhalbkugel flache Ebenen auf. Es wird vermutet, dass auf dem Mars sogar ein Ozean existiert haben könnte.

Mögliche Ursachen für die Hitze im Süden

Als Ursachen für die Temperaturunterschiede nennt die Studie einen großen Asteroideneinschlag oder die dicke Kruste im Süden, welche das Entweichen von Wärme unterbindet. Die thermische Anomalie könnte zudem magnetische Unregelmäßigkeiten in den Eisenmineralien im Süden erklären, die auf das frühere Vorhandensein eines lokalen Magnetfeldes hinweisen.

Die Entdeckungen sind von hoher Bedeutung für die Wissenschaftler. "Sie geben Aufschluss über Prozesse, die die Hydrologie des Mars beeinflusst haben könnten, darunter die Entstehung von Becken, die möglicherweise Wasser enthielten", erläutert Mitautor Amirhossein Bagheri. Kürzlich wurden bereits Hinweise präsentiert, dass der Mars einst ein "blauer Planet" mit lebensfreundlichen Bedingungen war. Spuren von Leben könnten in Höhlen verborgen sein, die Forscher vor Kurzem entdeckt haben.