Kultur-Streit
FPÖ-Lugner: "Urin-Klage Bablers abgewiesen"
Die Sprache ist derb, der Ton geriet tief unter die Gürtellinie. Eine "satirisches" Video des Wiener FPÖ-Gemeinderates Leo Lugner, das Kulturminister Andreas babler ins Visier nahm, landete am Ende vor Gericht. Doch die erste Runde geht - laut Lugner - an die Freiheitlichen.
In einem Video auf Instagram hatte Lugner den SPÖ-Chef als "Urin-Andi" und "Brunzbecken-Babler" bezeichnet. Grund ist eine - noch unter Bablers Vorgänger Werner Kogler beauftragte - Kunstaktion bei der Biennale, bei der ein sogenannter "Urin-Pool" zum Einsatz gekommen ist. Babler hatte das Becken persönlich eröffnet. Kosten der Aktion: 600.000 Euro.
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Nun berichtet Lugner gegenüber oe24, dass eine Klage Bablers gegen ihn am vergangenen Freitag abgewiesen worden sei. "Glaskinn Babler hat auf Unterlassung und Widerruf geklagt. Das Gericht ist aber unserer Argumentation gefolgt, dass unser Video in Zusammenhang mit dem Urin-Pool steht, das war also nicht ehrenrührig." Ob eine derart derbe Sprache in der Politik stattfinden sollte? Lugner: "Wirklich schlimm ist, dass ein Urin-Pool für 600.000 Euro finanziert wurde."
Urteil offensichtlich nicht rechtskräftig
Das Urteil - das sagt auch Lugner - ist nicht rechtskräftig, Babler hat also offensichtlich noch 14 Tage Zeit zu berufen. Eine oe24-Anfrage bei dem Sprecher-Team des SPÖ-Vizekanzlers blieb ohne Antwort.
In dem Pool war gar kein Urin
Fun Fact: Wie eine Anfragebeantwortung Bablers im Parlament ergab, war in dem umstrittenen Pool gar kein Urin. "Darstellungen, wonach Perfomer:innen in Urin schwimmen würden, entsprechen nicht den Tatsachen." Denn: "Tatsächlich wird auf gereinigtes und gefiltertes Wasser zurückgegriffen, wie es auch in anderen Kontexten der Ressourcenschonung bereits eingesetzt wird."
Der Andrang auf den Österreich-Pavillon in Venedig dürfte zudem groß sein. "Aktuell sind es bis zu 2.800 Besucher:innen am Tag mit einer Wartezeit von bis zu drei Stunden."