Landarbeiterkammerwahl

Gemeindevertreter-Kritik: "Mehr Wahlhelfer als Wähler"

GVV-Präsident Kollross © WERNER JAEGER
Kuriose Szenen bei den jüngsten Landarbeiterkammer-Wahlen in Niederösterreich sorgen für Ärger in den Gemeinden. In zahlreichen Wahllokalen saßen mehr Beisitzer und Gemeindebedienstete als tatsächlich Wähler erschienen.

"Damit muss endlich Schluss sein", macht Kollross seinem Unmut Luft. Anders als bei Arbeiterkammer- oder Wirtschaftskammerwahlen sind derzeit die Gemeinden für die Durchführung der Landarbeiterkammer-Wahlen verantwortlich – inklusive Vorbereitung, Personalaufwand und Kosten.

Kein einziger Wähler in Wahllokal

Dabei seien die Zahlen teils absurd: In einer Gemeinde gab es 34 Wahlberechtigte, neun Briefwahlkarten und keinen einzigen Wähler im Wahllokal. In einer größeren Stadt waren 134 Personen wahlberechtigt, 22 nutzten die Briefwahl – auch dort erschien niemand zur Stimmabgabe.

GVV-Präsident Kollross: Reform gefordert

Der GVV-Präsident Kollross fordert daher eine Reform. Entweder müsse die Landarbeiterkammer ihre Wahl künftig selbst organisieren oder diese ausschließlich per Briefwahl durchführen. Der aktuelle Aufwand für die Kommunen sei hoch, verursache zusätzliche Kosten und führe regelmäßig zu Überstunden an Sonntagen. "Wir sind nicht zuständig. Der Gesetzgeber sollte endlich für Gleichbehandlung aller Kammern sorgen", so Kollross.