Italien. Am Sonntag kam es in Norditalien zu massiven Geröllabgängen. An der Tofana di Dentro oberhalb von Cortina d'Ampezzo ereignete sich am Nachmittag ein mächtiger Felssturz. Augenzeugen, die sich zu diesem Zeitpunkt an der Croda de R’Ancona aufhielten, hörten gegen 15 Uhr einen ohrenbetäubenden Knall, bevor eine große Staubwolke aufstieg, wie der italienische Sender "Rai News" online berichtet. Innerhalb einer Viertelstunde lösten sich demnach zwei Geröllabgänge.
Wanderwege durch Geröll teilweise blockiert
Die Felsmassen rollten in Richtung des Travenanzes-Tals, erreichten den Talboden jedoch nicht. Nach Angaben der Bergrettung Ampezzo blieb das Gesteinsmaterial auf einem höher gelegenen Geländeband liegen. Einige Wanderwege wurden vom Geröll allerdings zum Teil verlegt.
Da keine Hinweise auf verschüttete Personen vorliegen, geht die Bergrettung davon aus, dass niemand erfasst wurde. Die Suchflüge mit Drohnen und Hubschraubern wurden inzwischen eingestellt.
Staub erschwert Flug der Bergrettung
Zuvor hatte ein Notarzthubschrauber aus Pieve di Cadore versucht, das Gebiet zu überprüfen. Der Pilot nahm dafür Bergretter der Finanzwache von Cortina an Bord. Der aufgewirbelte weiße Staub hinderte den Hubschrauber jedoch daran, sich der Abbruchstelle zu nähern. Der Helikopter war ohnehin in der Luft, um eine 52-jährige Ausflüglerin aus Limana zu versorgen. Die Frau hatte sich auf dem Normalweg zur Vorderen Tofana am Knie verletzt. Techniker hievten sie an Bord und setzten sie anschließend bei Codivilla ab, wie das Portal "Südtirol News" berichtet.
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Felssturz auch an der Weißseespitze
Nicht nur in den Belluneser Dolomiten bröckelten die Berge. Eine Wandergruppe beobachtete am Sonntagvormittag einen weiteren Felssturz im Westen Südtirols.
Die Gruppe war von Melag im Langtauferertal zur 3.006 Meter hohen Nockspitze unterwegs. Bereits um 9.15 Uhr bemerkten die Wanderer Staubwolken und Steinschläge, um 10.40 Uhr folgte ein noch größerer Abbruch, bei dem Felsblöcke abstürzten.
Augenzeugin Sina Patscheider filmte das Ereignis vom Gipfel aus. Landesgeologe Volkmar Mair geht nach Ansicht des Videos vorläufig davon aus, dass das Material auf dem Valginferner liegen geblieben ist. Eine genaue Einschätzung durch einen Lokalaugenschein steht noch aus, auch ob Steige betroffen sind, ist noch unklar.