Löwelstraße
Große SPÖ-Übersiedlung stockt weiter
Genau drei Jahre ist es her, dass die Wiener SPÖ ihren Auszug aus der geschichtsträchtigen Parteizentrale in der Innenstadt angekündigt hat. Das Ziel war Favoriten. Doch bis heute gibt es keinen konkreten Zeitplan für das Mega-Projekt und die Genossen treten kräftig auf die Bremse.
Die Löwelstraße Nummer 18 ist seit Jahrzehnten das politische Nervenzentrum der Sozialdemokratie. Das Gebäude gehört der Stadt Wien. Die Miete für die SPÖ ist zwar extrem günstig, das Haus selbst ist mittlerweile aber akut sanierungsbedürftig.
Deshalb fasste die Wiener Landespartei im Juni 2023 den Beschluss für den großen Tapetenwechsel. Man wollte zurück zu den historischen Wurzeln und das ehemalige Arbeiterheim in der Laxenburgerstraße beziehen. Geplant war die große Übersiedlung für das Jahr 2026, direkt nach der Wiener Landtagswahl. Doch dieser Plan wackelt gewaltig.
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Favoriten-Quartier steht bereit
Dabei wäre die neue Heimat im 10. Bezirk jetzt eigentlich bereit für die Handwerker. Bis April nutzte der Fonds Soziales Wien das dortige Gebäude noch für das Chancenhaus Obdach Favorita. Mittlerweile stehen die Räumlichkeiten leer und der Weg für den Umzug wäre frei.
Aus der SPÖ-Landesparteizentrale hört man allerdings nur vage Formulierungen. Es würden derzeit alle Optionen gewissenhaft geprüft, heißt es auf ORF Wien-Anfrage. Das betrifft sowohl das alte Gebäude in der Innenstadt als auch die neue Location in Favoriten. Ein finaler Zeitplan existiert laut den Verantwortlichen noch nicht. Ein Grund für die Verzögerung dürften auch die Eigentumsverhältnisse beim ehemaligen Arbeiterheim sein, weil das Gebäude mehrheitlich im Besitz der Unicredit-Bank steht.
Bundes-SPÖ bleibt bis mindestens 2029
Noch komplizierter wird die Lage durch die Bundespartei, die ebenfalls in der Löwelstraße sitzt. Zwar steht fest, dass die Wiener Landespartei in den nächsten Jahren ausziehen wird. Ob die Bundes-SPÖ mitzieht, steht aber komplett in den Sternen.
Aus der Bundesparteizentrale heißt es dazu, dass ein möglicher Auszug oder eine Sanierung des aktuellen Hauses erst evaluiert werden müssen. Eines stellt die Pressestelle der Bundes-SPÖ jedoch bereits klar. Sollte die Bundespartei tatsächlich ausziehen, wird das sicher nicht vor der nächsten Nationalratswahl passieren. Diese findet regulär erst im Jahr 2029 statt. Damit bleibt die Zukunft des geschichtsträchtigen Hauses eine Hängepartie auf unbestimmte Zeit.