FIFA-Knall

Heute steigt Krisengipfel: Tritt Infantino zurück?

© FIFA via Getty Images
Jetzt wird es richtig brenzlig für Gianni Infantino. Vor dem FIFA-Krisengipfel gerät der Präsident immer stärker unter Druck. Muss er jetzt sogar um seinen Posten bangen?
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Noch vor wenigen Wochen schien der FIFA-Präsident unangreifbar. Doch jetzt gerät der mächtigste Mann des Weltfußballs von allen Seiten unter Druck. Sein umstrittener Milliarden-Plan ist spektakulär gescheitert, enge Vertraute gehen auf Distanz – und nun stehen sogar Erpressungs-Vorwürfe im Raum. Am Mittwoch kommt die FIFA  zu einer Krisensitzung zusammen. Immer mehr stellt sich die Frage: Hält Infantino dem Druck stand – oder wirft er das Handtuch?

Den jüngsten Nackenschlag lieferte Prinz Ali bin al-Hussein. Der Präsident des jordanischen Fußballverbandes erhebt schwere Vorwürfe gegen den Weltverband. Auf X behauptet er, seinem Verband seien Millionen vorenthalten worden. Während der Weltmeisterschaft sei ihm zudem signalisiert worden, Jordanien könne auf finanzielle Hilfe hoffen – wenn er Infantino unterstütze. Für den Prinzen ist klar: "Die gesamte Situation läuft auf Erpressung hinaus."

Millionen ausstehend

Jordanien wartet nach eigenen Angaben noch immer auf rund 4,2 Millionen US-Dollar Preisgeld für den zweiten Platz beim FIFA Arab Cup 2025. Die FIFA äußerte sich zu den Anschuldigungen bislang nicht.

Dabei steckt Infantino ohnehin tief in der Krise. Erst vor wenigen Tagen musste der Weltverband seinen umstrittenen Plan begraben, Anteile an den WM-Rechten an Investoren zu verkaufen. Der Widerstand war enorm, selbst aus den eigenen Reihen.

Besonders brisant: Immer mehr enge Weggefährten gehen öffentlich auf Distanz. Generalsekretär Mattias Grafström sprach zuletzt von einem "Aufruhr", FIFA-Entwicklungsdirektor Arsène Wenger machte deutlich, von den Verkaufsplänen nichts gewusst zu haben. Infantinos langjähriger Berater Carlos Cordeiro trat sogar zurück.

Krisengipfel unter Hochspannung

Jetzt zieht der Schweizer die Reißleine – oder versucht es zumindest. Für Mittwoch hat er führende FIFA-Funktionäre zu einem Krisentreffen nach Rabat eingeladen. Offiziell ist nicht bekannt, worüber gesprochen werden soll. Hinter den Kulissen wird jedoch längst darüber spekuliert, wie sicher Infantinos Machtposition überhaupt noch ist.

Fest steht: Einen Rücktritt hat der 56-Jährige bislang nicht angekündigt. Doch so stark unter Druck stand der FIFA-Boss seit Jahren nicht mehr. Die Krisensitzung könnte deshalb zur entscheidenden Bewährungsprobe werden – und zeigen, ob Infantino seine Gegner noch einmal in den Griff bekommt oder ob sein Ende an der Spitze des Weltverbands näher rückt.