Bricht zweiter Damm?
Himalaya-Katastrophe wird immer schlimmer
Verantwortliche sprechen von einer Zerstörung jenseits aller Vorstellungskraft. Ein Gletscherabbruch in der Region Rasuwa löste am Mittwoch einen sogenannten "Tsunami aus dem Himmel" aus. Die Wassermassen erreichten Höhen von bis zu 200 Metern. Bislang wurden mindestens 289 Tote bestätigt, während knapp 1.500 Menschen als vermisst gelten. Unter den Vermissten befinden sich laut dem Tourismusverband des Landes auch 644 Touristen, darunter 33 britische Staatsbürger.
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Hohes Risiko durch Erdrutschdamm
Chinesische Behörden meldeten am Donnerstag, dass sich an der Mündung des Tsogyal-Flusses und des Purupqiangzangbu-Flusses ein massiver Erdrutschdamm gebildet hat. Schlamm, Gestein und Trümmer blockieren dort den Wasserfluss. Es besteht die akute Gefahr eines Dammbruchs, was die Furcht vor einer zweiten Flutwelle verstärkt. Am Donnerstagmorgen erreichte das geschätzte Wasservolumen im aufgestauten See bereits zwei Millionen Kubikmeter, woraufhin der See überlief. In den kommenden drei Tagen werden weitere drei Millionen Kubikmeter Wasser erwartet.
Experten warnen vor Folgegefahren
Der Geologe Bishal Nath Upreti von der Tribhuvan-Universität in Kathmandu bezeichnete das Ereignis am Mittwoch als eine der größten Katastrophen in Nepal. Nach seinen Angaben wurden bei dem Abbruch rund 20 Millionen Kubikmeter überschüssiges Wasser freigesetzt. Experten des Internationalen Zentrums für integrierte Bergentwicklung warnen vor weiteren Überflutungen, da enorme Trümmerstmengen die Flusssysteme blockieren könnten. Derzeit wird untersucht, ob der Fluss Trishuli an engen Stellen zeitweise aufgestaut wurde, was das Risiko einer erneuten Sturzflut erhöht.