Bereits seit Februar stehen entlang der Küstenstraßen rund um Nizza fast 800 neue Tsunami-Warnschilder. Sie markieren Fluchtwege und Evakuierungszonen für Einheimische und Urlauber. Hintergrund ist eine neue UNESCO-Auszeichnung: Die Metropolregion Nizza gilt nun offiziell als "Tsunami Ready" und soll damit besser auf den Ernstfall vorbereitet sein.
UNESCO schlägt Alarm
Was viele nicht wissen: Auch das Mittelmeer ist von Tsunamis bedroht. Laut UNESCO ist es in den kommenden 30 Jahren sehr wahrscheinlich, dass mindestens ein größerer Tsunami die Region trifft. Nach dem Pazifik zählt das Mittelmeer sogar zu den Gebieten mit den meisten historisch dokumentierten Tsunamis weltweit.
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Nur wenige Minuten bleiben zur Flucht
Besonders gefährlich: Im Raum Nizza könnten nach einem Erdbeben oder einem Unterwasser-Erdrutsch nur wenige Minuten bleiben, bis die ersten Wellen die Küste erreichen. Deshalb setzen die Behörden auf klar markierte Fluchtwege, digitale Evakuierungskarten und regelmäßige Übungen für Schulen und Einsatzkräfte. Fast 100 sichere Zufluchtsorte wurden bereits ausgewiesen.
Hunderttausende Menschen betroffen
Die Gefahr betrifft nicht nur die Bewohner. Entlang der französischen Mittelmeerküste leben mehr als 164.000 Menschen in ausgewiesenen Gefahrenzonen. In den Sommermonaten kommen Hunderttausende Urlauber hinzu – allein rund um Nizza könnten sich in der Hauptsaison gleichzeitig bis zu 87.000 Menschen an den Stränden aufhalten.
Darauf sollte man achten
Experten raten Urlaubern, Warnschilder ernst zu nehmen. Als mögliche Anzeichen eines Tsunamis gelten ein starkes Erdbeben, ein plötzlich zurückweichender Meeresspiegel oder ungewöhnliche Bewegungen des Wassers. In einem solchen Fall sollte man die Küste sofort verlassen und höher gelegene Gebiete aufsuchen.