Skandal-Betrieb
Hunderte Schweine verhungert: VGT klagt an
VGT-Campaignerin Isabell Eckl weist das Narrativ scharf zurück: Mentale Gesundheit sei wichtig, doch hier seien hunderte fühlende Lebewesen über Monate einem grausamen Tod überlassen worden. Polizisten seien wiederholt an Kontrollen gehindert worden. In keinem anderen Beruf würde bei hunderten Todesfällen so viel über die Psyche des mutmaßlichen Täters gesprochen wie über die eigentlichen Opfer.
Ein System, das komplett versagt
Der Skandal offenbart erschütternde Muster. Tierschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) bestätigt: Der Betrieb wurde bis Dezember ohne Beanstandung kontrolliert. Gleichzeitig erstickten bereits im Vorjahr 55 Schweine, im Mai starben weitere 50 Tiere – kurz darauf wurden neue Mastferkel angeliefert. Selbst im Juli, trotz starken Verwesungsgeruchs, setzte die Polizei den Zugang zum Betrieb nicht sofort durch.
Mahnwache für die vergessenen Opfer
Eckl findet drastische Worte: Wer Empathie für Tiere habe, müsse in Österreich verzweifeln. Anzeigen würden nicht ernst genommen, Kontrollen blieben lückenhaft, tote Tiere verschwänden hinter dem Begriff „technisches Gebrechen". Wer wegen Tierquälerei angeklagt werde, habe kaum etwas zu befürchten – Freisprüche und Diversionen seien die Regel.
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Kontrolleure ohne Macht
Die Realität ist alarmierend: Auf 75.559 tierhaltende Betriebe in Österreich kommen nur wenige hundert Amtstierärzte, die zusätzlich auch Heimtiere betreuen müssen. Betriebstierärzte stehen zudem in einem Vertragsverhältnis zu den Betrieben – ihnen sind faktisch die Hände gebunden. Auch Tierhaltungsverbote sind kaum durchsetzbar.
Fazit: Eckl bringt es auf den Punkt: Die derzeitigen Systeme versagen komplett gegen Tierquälerei. Zu wenige Kontrollen, zu schwache Konsequenzen – es sei Zeit, sich von der Illusion einer heilen Tierproduktion in Österreich zu verabschieden.