Skandal-Betrieb

Hunderte Schweine verhungert: VGT klagt an

Menschen mit Masken halten ein Banner mit der Aufschrift „Tiere sind keine Ware!“ vor einem Bauernhof.
© VGT
Ein Bild des Grauens erschüttert Niederösterreich: Mindestens 400 Schweine sind in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten qualvoll verendet, 1.000 weitere Tiere fehlen spurlos, nur 88 wurden lebend gefunden. Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN hielt am 13. August 2026 eine Mahnwache vor dem Betrieb ab, um das Leid der Tiere  in den Mittelpunkt zu rücken.
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VGT-Campaignerin Isabell Eckl weist das Narrativ scharf zurück: Mentale Gesundheit sei wichtig, doch hier seien hunderte fühlende Lebewesen über Monate einem grausamen Tod überlassen worden. Polizisten seien wiederholt an Kontrollen gehindert worden. In keinem anderen Beruf würde bei hunderten Todesfällen so viel über die Psyche des mutmaßlichen Täters gesprochen wie über die eigentlichen Opfer.

Ein System, das komplett versagt

Der Skandal offenbart erschütternde Muster. Tierschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) bestätigt: Der Betrieb wurde bis Dezember ohne Beanstandung kontrolliert. Gleichzeitig erstickten bereits im Vorjahr 55 Schweine, im Mai starben weitere 50 Tiere – kurz darauf wurden neue Mastferkel angeliefert. Selbst im Juli, trotz starken Verwesungsgeruchs, setzte die Polizei den Zugang zum Betrieb nicht sofort durch.

Mahnwache für die vergessenen Opfer

Eckl findet drastische Worte: Wer Empathie für Tiere habe, müsse in Österreich verzweifeln. Anzeigen würden nicht ernst genommen, Kontrollen blieben lückenhaft, tote Tiere verschwänden hinter dem Begriff „technisches Gebrechen". Wer wegen Tierquälerei angeklagt werde, habe kaum etwas zu befürchten – Freisprüche und Diversionen seien die Regel.

Kontrolleure ohne Macht

Die Realität ist alarmierend: Auf 75.559 tierhaltende Betriebe in Österreich kommen nur wenige hundert Amtstierärzte, die zusätzlich auch Heimtiere betreuen müssen. Betriebstierärzte stehen zudem in einem Vertragsverhältnis zu den Betrieben – ihnen sind faktisch die Hände gebunden. Auch Tierhaltungsverbote sind kaum durchsetzbar.

Fazit: Eckl bringt es auf den Punkt: Die derzeitigen Systeme versagen komplett gegen Tierquälerei. Zu wenige Kontrollen, zu schwache Konsequenzen – es sei Zeit, sich von der Illusion einer heilen Tierproduktion in Österreich zu verabschieden.

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