Alarmstufe Rot

Reben-Killer erreicht Bruck/Leitha

Eine Zikade und ihre leere Hülle sitzen auf einem grünen Blatt.
© AGES
Ein Albtraum für Winzer wird Realität: Die gefürchtete Goldgelbe Vergilbung ist erstmals in Niederösterreich nachgewiesen worden – im Bezirk Bruck an der Leitha.
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Der Befund wurde am Dienstagabend durch eine Laboruntersuchung bestätigt. Für die betroffenen Rebstöcke gibt es kein Zurück: Sie sterben unaufhaltsam ab.

Eine der gefährlichsten Rebenkrankheiten Europas

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LKNÖ) spricht Klartext: Diese Krankheit zählt zu den bedrohlichsten überhaupt. Verursacht durch heimtückische Phytoplasmen, verwandelt sie gesunde Weingärten in Todeszonen – und eine direkte Bekämpfung ist schlicht unmöglich.

Der Überträger: eine unaufhaltsame Insekten-Invasion

Schuld ist die Amerikanische Rebzikade, die sich in den letzten Jahren rasant durch Österreichs Weinbaugebiete gefressen hat. Das Insekt saugt den Erreger an infizierten Reben auf und verbreitet ihn gnadenlos weiter. In der Steiermark und im Burgenland mussten deshalb bereits ganze Weingärten gerodet werden – auch in Tschechien und der Slowakei grassiert die Seuche.

Notfallmaßnahmen längst in Kraft

Die Landesregierung reagierte bereits vor dem ersten Nachweis mit einer scharfen Verordnung: Seit 3. Juni gelten in besonders betroffenen Gebieten verpflichtende Insektizidbehandlungen und die sofortige Rodung symptomtragender Reben. Die Maßnahmen laufen bis Ende 2028.

LKNÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager findet drastische Worte: Der Nachweis sei ein „ernstes Signal" für den gesamten Weinbau. Jetzt zähle jede Stunde, um befallene Pflanzen zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Auch Ihr Garten könnte betroffen sein

Die LKNÖ schlägt Alarm für ganz Niederösterreich: Nicht nur Weinbaubetriebe, auch Privatgärten, öffentliche Flächen und Firmengelände sind gefährdet. Die Warnsignale sind eindeutig: Bei Weißweinsorten verfärben sich die Blätter gelblich, bei Rotweinsorten dunkelrot. Später rollen sie sich ein, die Triebe verholzen nicht mehr richtig – am Ende steht der Tod der Pflanze.

Der Nachweis wurde Dienstagabend durch eine Laboruntersuchung von Blattproben symptomtragender Rebstöcke bestätigt, wie die Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LKNÖ) gegenüber noe.ORF.at am Mittwoch mitteilte.

Die Goldgelbe Vergilbung, fachlich Grapevine flavescence dorée, zählt laut LKNÖ zu den gefährlichsten Rebenkrankheiten Europas. Verursacht wird sie durch sogenannte Phytoplasmen. Befallene Rebstöcke sterben ab und können währenddessen eine Infektionsquelle für weitere Reben darstellen.

Die Krankheit selbst kann nicht direkt behandelt werden. Befallene Rebstöcke müssen deshalb rasch entfernt werden. Ziel ist vor allem, die Population der Amerikanischen Rebzikade zu reduzieren und damit die Übertragung auf weitere Pflanzen möglichst einzudämmen.

Die LKNÖ ruft nicht nur Weinbaubetriebe, sondern alle Besitzerinnen und Besitzer von Reben zur Kontrolle ihrer Pflanzen auf. Das betrifft auch einzelne Rebstöcke in Privatgärten sowie Reben auf öffentlichen Flächen oder Firmengeländen. Verdachtsfälle sind in ganz Niederösterreich meldepflichtig.

Erkennbar kann die Krankheit unter anderem an deutlich verfärbten Blättern sein. Bei Weißweinsorten werden sie gelblich, bei Rotweinsorten dunkelrot. Später rollen sich die Blätter nach unten ein, außerdem verholzen die Triebe nicht vollständig. Befallene Reben können schließlich absterben.

Verdächtige Rebstöcke sollen laut Landwirtschaftskammer unverzüglich gemeldet werden. Zusätzlich sollen symptomtragende Reben konsequent gerodet werden. Die Meldestelle ist das Referat Wein und Obstbau der Landwirtschaftskammer Niederösterreich unter der Telefonnummer 05 0259 22200.

Krankheit kann ganze Weingärten gefährden

Übertragen wird die Krankheit durch die Amerikanische Rebzikade. Das Insekt nimmt den Erreger beim Saugen an einer infizierten Rebe auf und kann ihn anschließend auf gesunde Pflanzen übertragen. Von Rebstock zu Rebstock kann sich die Goldgelbe Vergilbung dagegen nicht unmittelbar ausbreiten.

Fazit: Niederösterreichs Weinbau steht vor einer ernsten Bewährungsprobe. Schnelles Handeln ist jetzt überlebenswichtig – jeder verdächtige Rebstock muss sofort gemeldet werden.

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