Umstrittene "Videoaufnahmen haben unfertiges Tattoo gezeigt."
Der russische Bassbariton Evgeny Nikitin hat nach seinem Rückzug von den Bayreuther Festspielen bestritten, eine Hakenkreuz-Tätowierung zu tragen. "Ein Tattoo zu stechen ist ein langwieriger, schmerzhafter Prozess", sagte Nikitin dem Spiegel. "Tattoos, die größere Teile der Haut bedecken, macht man in Teilschritten, so auch meins."
Tattoo im Anfangsstadium
Frühere Videoaufnahmen, die in Bayreuth zum Skandal geführt hatten, seien nur der Anfang gewesen. "Auf dem Video sieht es so aus: dicke, breite Linien, in denen man ein Hakenkreuz zu erkennen glaubt. Inzwischen sieht es aus wie ein achtstrahliger Stern, so wie ich es immer wollte."
"Der Tatsache, dass die Konturen des Tattoos im Anfangsstadium einem Hakenkreuz ähneln, habe ich keinerlei Bedeutung beigemessen", sagte Nikitin, der früher Schlagzeuger in einer Heavy-Metal-Band war. Der Sänger musste wegen der Tätowierung in Bayreuth auf die Titelpartie in der Eröffnungspremiere Der fliegende Holländer verzichten. "Niemand hat mich zu irgendetwas gezwungen", sagte er. "Nach all den Unterstellungen war es unmöglich, auf die Bühne zu treten."
Zukunft noch ungewiss
Die Auswirkungen der Affäre sind offen: "Es gab bislang weder Absagen noch neue Angebote", sagte Nikitin. "Ich bin aber für jeden Lauf der Dinge gewappnet." Nikitin soll unter anderem im Februar 2013 an der Metropolitan Opera in New York den Klingsor in Richard Wagners Oper Parsifal singen.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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