Drogen-Hotspot
Jedmayer: FPÖ fordert Verlegung an den Stadtrand
Die jahrelange Debatte um das Suchthilfezentrum Jedmayer im Bereich der U6-Station Gumpendorfer Straße schwelt weiter. Zuletzt wurde rund um den Fritz-Imhoff-Park auf Basis des Sicherheitspolizeigesetzes eine Schutzzone eingerichtet. Mit dieser Maßnahme möchte man vor allem Minderjährige schützen und gezielt gegen den verfestigten Drogenhandel vorgehen. Zusätzlich erhielt der Park eine Umzäunung sowie eine nächtliche Sperre, während der Zugang zu den Beratungs- und Versorgungsangeboten der Suchthilfeeinrichtung aufrechtbleibt.
FPÖ spricht von bürokratischem Murks
Aus Sicht der FPÖ handelt es sich bei der neuen Schutzzone um einen "bürokratischen Murks" ohne tatsächliche Wirkung. Das dortige Alkoholverbot lasse sich in der Praxis kaum durchsetzen, weil die Schritte vorwiegend schwer suchtkranke Menschen ohne festen Wohnsitz betreffen. Geldstrafen wegen Verwaltungsübertretungen würden bei dieser Gruppe ins Leere laufen. "Seit über zehn Jahren verwaltet die SPÖ das Drogenproblem, statt es zu lösen. Schutzzonen und Alkoholverbote sind reine Symbolpolitik", sagt FPÖ-Landtagsabgeordneter Leo Lugner bei einem Lokalaugenschein.
Die derzeitige Politik sorge folglich nur für eine Verdrängung der Szene in angrenzende Bereiche wie Margareten oder Teile des 15. Bezirks. Ebenfalls ungelöst sei das Problem mit den Einwegspritzen. Trotz eines bestehenden Rücknahmesystems landen Jahr für Jahr unzählige gebrauchte Spritzen auf Spielplätzen, in Hauseinfahrten, Garagen oder Parkanlagen.
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Übersiedlung des Jedmayer gefordert
Als dauerhafte Lösung fordert die FPÖ eine Übersiedlung des Jedmayer aus dem dicht besiedelten Wohngebiet. Die Einrichtung soll nach den Vorstellungen der Freiheitlichen an den Stadtrand in ein Gewerbegebiet kommen. "Nur so kann den Betroffenen geholfen und die Anrainer dauerhaft entlastet werden", so Lugner. Voraussetzung wäre eine gute Anbindung an die Öffis.
Das Argument, das Zentrum müsse besonders niederschwellig erreichbar bleiben, lässt die FPÖ nicht gelten. Ein erheblicher Teil der Klienten komme laut Partei aus Niederösterreich, dem Burgenland, Tschechien, der Slowakei und Ungarn und nehme bereits jetzt längere Anfahrten in Kauf.
Ein neues Suchthilfezentrum müsse zudem räumlich völlig anders konzipiert werden. Es brauche ausreichend große Freiflächen sowie Bereiche, in denen sich die Klienten aufhalten können, ohne dass sich das Geschehen auf öffentliche Straßen, Parks oder U-Bahn-Stationen verlagert. Ziel müsse sein, den Aufenthalt der Besucher auf das Areal der Einrichtung zu konzentrieren und dadurch den öffentlichen Raum sowie die umliegenden Wohngebiete nachhaltig zu entlasten.