Arbeitsniederlegung
Justizwache streikte wegen unhaltbarer Zustände
Häftlinge wurden in ihre Zellen gesperrt, Werkstätten blieben geschlossen. Der Grund: unhaltbare Zustände in Österreichs Haftanstalten, so hieß es vonseiten der Justizwachegewerkschaft.
Die Zahlen sprechen für sich. Auf 8.422 Haftplätze kommen aktuell 9.124 Insassen – eine Auslastung von 108 Prozent. Volksanwältin Gabriela Schwarz (ÖVP) vermutet Schönrechnerei: „Wenn Häftlinge 23 Stunden auf engstem Raum eingesperrt sind, kann sich jeder ausrechnen, dass das nicht förderlich ist."
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Gewerkschaftschefin Claudia Gradinger warnt vor den Folgen: Überstunden, Personalmangel und fehlende psychiatrische Versorgung gefährden die Sicherheit. Wie dramatisch das werden kann, zeigte der Tod eines 30-jährigen Häftlings in Hirtenberg im Dezember 2025 – gestorben nach einem Kampf mit Beamten bei einem Verlegungsversuch. Gegen zwölf Justizwächter wird seither wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang ermittelt.
Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) indes hat Reformen versprochen – passiert ist laut Gewerkschaft bisher "kaum etwas".