Arbeitsniederlegung

Justizwache streikte wegen unhaltbarer Zustände

© ORF/Helmut Fohringer
Aufstand hinter Gittern: In sechs von neun niederösterreichischen Gefängnissen haben Justizwachebeamte diese Woche auf Initiative der Gewerkschaft der christlichen Fraktion (FCG) die Arbeit für drei Stunden auf ein Minimum heruntergefahren.
Zur Vollversion des Artikels

Häftlinge wurden in ihre Zellen gesperrt, Werkstätten blieben geschlossen. Der Grund: unhaltbare Zustände in Österreichs Haftanstalten, so hieß es vonseiten der Justizwachegewerkschaft.

Die Zahlen sprechen für sich. Auf 8.422 Haftplätze kommen aktuell 9.124 Insassen – eine Auslastung von 108 Prozent. Volksanwältin Gabriela Schwarz (ÖVP) vermutet Schönrechnerei: „Wenn Häftlinge 23 Stunden auf engstem Raum eingesperrt sind, kann sich jeder ausrechnen, dass das nicht förderlich ist."

Gewerkschaftschefin Claudia Gradinger warnt vor den Folgen: Überstunden, Personalmangel und fehlende psychiatrische Versorgung gefährden die Sicherheit. Wie dramatisch das werden kann, zeigte der Tod eines 30-jährigen Häftlings in Hirtenberg im Dezember 2025 – gestorben nach einem Kampf mit Beamten bei einem Verlegungsversuch. Gegen zwölf Justizwächter wird seither wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang ermittelt.

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) indes hat Reformen versprochen – passiert ist laut Gewerkschaft bisher "kaum etwas".