Chemsex

Kann tödlich sein: Experten warnen vor Sex-Trend

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Der Sex-Trend wird auch bei uns immer populärerer. Experten warnen allerdings eindringlich vor den Folgen.
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Sex unter Drogeneinfluss ist kein neues Phänomen, doch der sogenannte Chemsex gewinnt auch im deutschsprachigen Raum zunehmend an Bedeutung. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern "chemical" und "sex" zusammen und beschreibt den gezielten Konsum psychoaktiver Substanzen, um sexuelle Erlebnisse zu intensivieren oder über viele Stunden, teilweise sogar Tage, auszudehnen. Was für manche als Ausdruck von Freiheit oder gesteigertem Lustempfinden gilt, birgt nach Einschätzung von Fachleuten erhebliche gesundheitliche Risiken.

Besonders häufig werden dabei Crystal Meth (Methamphetamin), Mephedron, Kokain sowie GHB oder GBL – besser bekannt als "Liquid Ecstasy" – konsumiert. Die Drogen senken Hemmungen, steigern das Lustempfinden und unterdrücken Müdigkeit. Genau diese Wirkung führt jedoch dazu, dass körperliche und psychische Grenzen leichter überschritten werden.

Tödliche Gefahr

Experten warnen vor allem vor der hohen Überdosierungsgefahr. Insbesondere GHB und GBL besitzen nur einen schmalen Grat zwischen gewünschter Wirkung und einer lebensgefährlichen Dosis. Bereits geringe Mengen zu viel können zu Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, Krampfanfällen oder Koma führen. Besonders gefährlich wird es, wenn die Substanzen mit Alkohol oder anderen beruhigenden Drogen kombiniert werden. Fachinformationen der österreichischen Aufklärungsplattform Chemsex.at weisen darauf hin, dass genau diese Mischungen immer wieder zu medizinischen Notfällen und Todesfällen führen.

Neben akuten Vergiftungen drohen auch langfristige gesundheitliche Folgen. Der regelmäßige Konsum kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leberschäden, neurologische Störungen sowie ein geschwächtes Immunsystem begünstigen. Hinzu kommen Dehydrierung, Überhitzung und Verletzungen, weil Chemsex-Sessions oft viele Stunden oder sogar mehrere Tage dauern.

Auch psychisch kann Chemsex schwerwiegende Folgen haben. Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen und paranoide Gedanken zählen zu den häufigsten Problemen. Vor allem Methamphetamin besitzt ein hohes Suchtpotenzial. Der Übergang vom gelegentlichen Konsum in eine Abhängigkeit erfolgt oft schleichend und kann das soziale Leben nachhaltig zerstören. Wissenschaftliche Studien bestätigen zudem ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen bei regelmäßigem Chemsex-Konsum.

Ein weiteres Problem ist das erhöhte Risiko für sexuell übertragbare Infektionen. Unter Drogeneinfluss werden Kondome und andere Schutzmaßnahmen häufiger vernachlässigt. Das Robert Koch-Institut warnt deshalb vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr mit HIV, Hepatitis oder Syphilis.

Wie viele Menschen infolge von Chemsex sterben, ist bislang nicht genau bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer hoch ist, da Todesfälle meist als allgemeine Drogenüberdosierungen registriert werden. Fachleute fordern deshalb mehr Aufklärung, Präventionsangebote und niedrigschwellige Hilfen, um die Risiken des gefährlichen Trends besser einzudämmen.