Schwer verletzt
Kater Frankie nach Fenstersturz ausgesetzt
Regungslos und völlig entkräftet lag Kater Frankie in einer Transportbox vor einer Kirche in Ottakring. Als die Tierrettung des TierQuarTiers die Box öffnete, war sofort klar, dass der junge Kater dringend medizinische Hilfe brauchte. Offenbar war er zuvor aus einem Fenster gestürzt. Dennoch brachte ihn niemand in eine Tierklinik. Stattdessen wurde das schwer verletzte Tier zurückgelassen.
Die Tierrettung brachte "Frankie" umgehend in eine Partnerklinik. Dort stellten die Tierärzte massive Verletzungen fest. Das linke Vorderbein des etwa einjährigen Katers war so schwer zertrümmert, dass es amputiert werden musste. Zudem hatte Frankie Verletzungen an der Lunge und innere Blutungen erlitten. Durch den heftigen Aufprall waren auch beide Eckzähne abgebrochen.
"Jeder Einsatz dieser Art geht unserem Team sehr nahe. Besonders erschütternd ist, dass Frankie nach seinem Unfall offenbar nicht die Hilfe bekommen hat, die er so dringend gebraucht hätte. Statt ihn sofort tierärztlich versorgen zu lassen, wurde er einfach ausgesetzt", sagt Thomas Benda, Betriebsleiter des TierQuarTiers.
Tierrettung im Sommer fast täglich im Einsatz
Frankies Schicksal ist kein Einzelfall. In den Sommermonaten häufen sich die Einsätze der Wiener Tierrettung. Beinahe täglich gehen Notrufe wegen verletzter, verunfallter oder ausgesetzter Katzen ein. Gleichzeitig werden im TierQuarTier zahlreiche verwaiste Katzenbabys und verletzte Tiere aufgenommen. Derzeit warten dort rund 170 Katzen auf ein neues Zuhause.Frankies Schicksal ist kein Einzelfall. In den Sommermonaten häufen sich die Einsätze der Wiener Tierrettung. Beinahe täglich gehen Notrufe wegen verletzter, verunfallter oder ausgesetzter Katzen ein. Gleichzeitig werden im TierQuarTier zahlreiche verwaiste Katzenbabys und verletzte Tiere aufgenommen. Derzeit warten dort rund 170 Katzen auf ein neues Zuhause.
"Der Sommer ist für unsere Tierrettung jedes Jahr eine enorme Herausforderung. Fast täglich rücken wir zu verletzten Katzen aus. Viele dieser Schicksale wären vermeidbar, etwa durch gesicherte Fenster und Balkone oder indem Tiere nach einem Unfall sofort medizinisch versorgt werden", sagt Benda.
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Gesetzliche Pflicht zur Sicherung von Fenstern
Fensterstürze gehören jedes Jahr zu den häufigsten Unfallursachen bei Wohnungskatzen. Ein kurzer Schreckmoment oder eine falsch eingeschätzte Entfernung kann ausreichen, damit ein Tier mehrere Stockwerke tief fällt. Die Folgen reichen von Knochenbrüchen und inneren Blutungen bis zu lebensgefährlichen Verletzungen der Organe. Das TierQuarTier appelliert deshalb an Katzenhalterinnen und Katzenhalter, Fenster und Balkone mit geeigneten Netzen oder Schutzgittern zu sichern. In Österreich ist eine entsprechende Sicherung nach dem Tierschutzgesetz verpflichtend. Schon einfache Schutzmaßnahmen können schwere Unfälle verhindern.
Wer Tiere aussetzt, riskiert hohe Strafe
Besonders betroffen macht die Tierschützer, dass Frankie nach seinem Sturz nicht versorgt, sondern in einer Transportbox vor der Kirche abgestellt wurde. "Ein Unfall kann passieren. Entscheidend ist, Verantwortung zu übernehmen. Wer ein verletztes Tier einfach aussetzt, nimmt enormes Leid in Kauf. Tiere auszusetzen ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch gesetzlich verboten", sagt Benda.
Wer ein Tier nicht mehr versorgen könne oder sich in einer Notsituation befinde, solle sich rechtzeitig Unterstützung holen. Das Aussetzen von Tieren gilt in Österreich als Verwaltungsübertretung und kann mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.
Frankie kämpft sich zurück ins Leben
Die lebensrettende Operation hat Frankie mittlerweile gut überstanden. Sein Weg zur Genesung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Der junge Kater braucht weiterhin Medikamente, medizinische Betreuung und regelmäßige Nachkontrollen. Trotz seiner schweren Verletzungen zeigt Frankie laut seinen Betreuern großen Lebenswillen.
Nach seiner Genesung soll er ein neues Zuhause finden, in dem er sicher leben kann und nicht erneut im Stich gelassen wird. Für die Behandlung verletzter und ausgesetzter Tiere ist das TierQuarTier auf Spenden angewiesen. Die Unterstützung wird unter anderem für Operationen, Medikamente und die weitere Versorgung der Tiere verwendet. Im TierQuarTier werden regelmäßig Fundtiere und behördlich abgenommene Tiere aufgenommen.
Ist ein Tier gechippt und korrekt registriert, können die Besitzerinnen und Besitzer häufig rasch ermittelt werden. Vor allem bei Hunden und Katzen mit Freigang sei die Registrierung entscheidend. Bis zu ihrer Rückkehr oder Vermittlung werden die Tiere medizinisch versorgt, gepflegt und betreut. Das Wiener Tierheim zählt nach eigenen Angaben zu den modernsten Einrichtungen dieser Art in Europa.