Mit seinen Filmen erreicht Keanu Reeves ein Millionenpublikum. Als Musiker ist der Andrang freilich etwas überschaubarer. Gerade mal 1.800 Fans fanden sich am Freitag im für bis zu 3.500 Besucher konzipierten Wiener Gasometer ein. Beim Gastspiel der Alternative-Rocker von Dogstar, bei denen Reeves ja seit 1991 den Bass zupft. Und das durchaus stoisch. Und jetzt auch musikalisch nicht gerade oscarreif.
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Dabei kam "John Wick" ja sogar mit einem Liebesdoping nach Wien. Tags davor eröffnete Keanu mit seiner Freundin Alexandra Grant ihre Ausstellung "Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben" im Neuen Museum Nürnberg. Dafür mietete er sich extra einen "Cessna Citation 2"-Privatflieger, mit dem er am Freitag um 12.51 Uhr in Schwechat landete. Und dort gleich ein paar Selfies mit dem Sicherheitspersonal knipste. Nach einer kleinen Sightseeing-Rundfahrt durch Wien checkte er bereits um 14 Uhr im Gasometer ein. Ohne dort die wenigen Autogrammsammler zu beachten. Vielleicht auch weil er sich ein "Meet&Greet" inklusive Erinnerungsfoto mit satten 388,50 Euro entlohnen ließ.
Angeheizt von den heimischen leider-nicht-ESC-Kandidaten Reverend Stomp stapfte Keanu dann pünktlich um 21 Uhr und ganz in Schwarz gekleidet auf die kahle Bühne. Vorbei am Spot im Mittelpunkt. Bis an den rechten Bühnenrand. Eher im Abseits gab er vom Opener "Siren" bis zum Finale "Breach" den eindringlichen, aber keineswegs außergewöhnlichen Alternative-Rock-Songs den Groove vor. In sich verloren, im Takt wippend und eher konzentriert auf die Saiten blickend.
Sänger Bret Domrose machte die Show. Dennoch waren in Wien fast alle Handys nur auf den Hollywood-Star zu seiner Rechten gerichtet. Auch wenn man auf Wortspenden, so wie schon 2024 am Nova-Rock-Festival, vergeblich wartete.